El Chalten – Villa O’Higgins, ein anstrengender Grenzuebertritt

Schon die ganze Nacht ueber war es extrem windig und. Der Wohnwagen hatte richtig geschwankt. So ist es auch am Morgen. Wir fruehstuecken, packen die Bikes und verabschieden uns von Nelly und Juan. Nur schon die Kiesstrasse, die zur Hauptstrasse fuehrt, ist ein Kampf gegen den Wind. Faz holt in der Panaderia noch Brot fuer die Reise waehrend ich draussen Warte und die Bikes vom Umwehen bewahre. Schon da weht mir der Sand ins Gesicht. Dann gehts los. Wir kommen kaum voran auf der Schotterstrasse, die zum Suedende des Lago del Disierto fuehrt. Immer wieder muessen wir halten und die extrem starken Windboeen abwarten, die uns Staub und Sand ins Gesicht und ueberall sonsthin blasen. Wir spielen mit ddem Gedanken umzukehren. Aber noch kaempfen wir weiter und als wir etwas im Wald fahren koennen wir es etwas besser. Aber wir kommen immer noch langsam voran. Um 17.15 Uhr legt das Boot am Lago del Disierto ab, wir koennen uns koennen uns also keine langen Pausen goennen. Denn wie ueblich brauchte Faz am Morgen wieder Stunden um aufzustehen und zu packen, so dass wir erst um 10.30 Uhr losfahren konnten. Landschaftlich ist der Weg zum Lago del Disierto sehr schoen. Berge, tuerkisfarbene Fluesse, Gletscher. Und bei schoenem Wetter sicher toll anzusehen. Aber heute regnet es, zumindest phasenweise. Doch je weiter wir ins Tal hineinfahren, desto weniger blaest der Wind. Irgendwann kommen uns drei Radler entgegen. Pius, Margrit und Andreas, drei Buendner, die seit drei Jahren durch die Welt radeln. Ein kurzer Schwatz und wir muessen weiter. Vorbei an Wasserfaellen, Waeldchen und Wiesen in allen nur erdenklichen Gruentoenen. Eine schoene Landschaft. Und kurz vor 5 Uhr erreichen wir den Bootsanleger vom Lago del Desierto Sur. Zwei deutsche Radler warten schon, Anna und Pete, dann treffen noch zwei Franzosen und ein amerikanisches Paar ein.Wir warten etwas und hoffen, dass das Boot heute faehrt. Manchmal ist dies auf Grund von zuviel Wind nicht moeglich. Aber heute klappts. Wir fahren die Bikes ueber den Steg und mit Hilfe der Crew und der anderen Radler werden alle voll bepackten Bikes im Heck verstaut und angebunden. Waehrend der Fahrt sehen wir warum. Es ist windig und das Wasser spritzt hoch ueber die Bootskanten uber die Bikes. Nach 30 Minuten erreichen wir das Nordende des Lagos und mit Hilfe aller werden die Bikes wieder ausgeladen. Wir gehen ins Zollbuero, Ausreisestempel holen, dann duerfer wir unseer Zelt gleich daneben im Wald aufstellen.

Frueh am nachesten Morgen hoere ich jemanden das Zelt zusammenpacken. Muss das Ami-Paar sein. Als wir kurz vor 8 uhr aufstehen sind die Amies weg. Wir sind die ersten, Faz kocht Fruehstueck, Porridge und Kaffee, und nach und nach stehen auch die Deutschen und die Franzosen auf. Doch wie ueblich sind wir wieder die Letzten, die aufbrechen, den Fazl braucht wieder ewig um zu packen. Wir haben beschlossen, den Aufstieg ebenfalls per Bike anzugehen, den die Pferdesache ist etwas unsicher. Nach 30 Minuten kommt einner der Franzosen zurueck und meint, wir sollten besser auf das Pferd warten, denn wir wuerden es mit unserem schweren Gepaeck nicht schaffen. Sie haetten zu viert schon eine harte Zeit. Wir machen uns trotzdem auf den Weg, wir werden die Sanbanktechnik anwenden – stueckchenweise Gepaeck, Bike, Gepaeck vorantragen. Das erste Stueck des Weges ist extrem steil und wir schleppen wie die Wahnsinnnigen. Aber wir kommen voran, wenn auch sehr langsam. Bachueberquerungen dauern ewig und das Schieben ueber Wurzeln und Steine ist nicht so einfach. Schliesslich erreichen wir einen kleinen Bach mit anfolgendem Schlammstueck, daneben Supmfgebiet. Ich sehe etwas weiter vorn den Weeg wieder, aber Fazl will durch den sumpf, da das GPS sagt, das Ziel liege in dieser Richtung. Wir beginnen unser Gepaeck durch den Sumpf zu schleppen. Ich sinke bis zu den Knoecheln ein. Eklig. Und es wird nicht besser, sondern immer nasser. Mir reicht es und ich gehe zurueck und schaue, ob deer Weg nicht wie angenommen weitergeht. Und siehe da, da liegt der Weg vor mir. Wir tragen alles Gepaeck wieder zurueck. Da hoeren wir Stimmen. Drei Pferde kommen uns entgegen. Ricardo von der Estancia Candelario Mancilla mit einem Gast. Sie sind auf dem Weg zum Lago del Desierto. Riccardo fragt uns, ob er unser Gepaeck auf em Rueckweg mitnehmen soll. Es waere immer noch weit und der Weg sei immer noch schlecht, rauf und runter ueber Stock und Stein. Wir wuerden es nicht zur Grenze schaffen. Wir nehmen das Angebot gerne an und stellen alles Gepaeck am Wegrand bereit. In der Hoffnung alles wiederzusehen. Es stellt sich zudem heraus, dass Ricardo fuer den Samstag eine Reservierung hatte fuer Martina. Die Pferdesache haette also doch geklappt… Dann machen wir uns mit leichtem Bike auf den Weiterweg. Ein angenehmens Gefuehl, so ein unbepacktes Bike. Doch auch so kommen wir immer wieder ins Schwitzen. Es geht steil rauf, runter, ueber Steine und Wurzeln. Aber wir kommen nun viel schneller voran. Wir erreichen die chilenische Grenze. Von da an gehts auf breiterem Weg weiter. Wir koennen wieder fahren. Noch 15 km. Das Fahren hier ist etwas wie Biken in der Schweiz. Wir erreichen die Anhoehe und erblicken den Lago O’Higgins. Wunderschoen. Dann gehts steil den Berg runter und schliesslich erreichen wir gegen 20.30 Uhr den chilenischen Grenzposten. Wir bekommen den Einreisestempel. Draussen wartet eine Auto auf die zwei Girls, die ebenfalls im Grenzbuero sind. Faz fragt den Fahrer, ob er von Argentinien her komme. Der Fahrer sagt nein, er sei von Candelario Mancilla, aber er haette unser Gepaeck dabei, das von Ricardo, seinem Bruder,  und den Pferden gebracht wurde. Wir fahren also zum Camping der Estancia. Eigentlich erwarten wir, die anderen Radler hier anzutreffen, aber die muessen woanders uebernachten. Wir nehmen unser Gepaeck entgegen, stellen das Zelt auf, kochen etwas und gehen erschoepft schlafen.

Wir koennen ausschlafen und den Tag ruhig angehen. Die Faehre von Candelario Mancilla nach Puerto Bahamondez ueber den Lago O’Higgins faehrt erst um 5 Uhr. Zeit fuer Tagebuchschreiben, waehrend Faz die kleinen Erdbeeren, die ueberall auf dem Boden wachsen, einsammelt. Wir fruehstuecken und gegen 2 Uhr fangen wir mit dem Packen an. Denn bekannterweise braucht Faz etwas laenger dafuer. Und so ist es. Gegen 16.30 Uhr geht er dann auch nochmals zur Estancia, sein Bike immer noch nicht gepackt. Er kommt zurueck und macht immer noch keine Anstalten, das Bike zu bepacken. Ich werde etwas ungeduldig. Faz geniesst das und lacht schliesslich. Die Leute der Estancia haetten gesagt, die Fahre gehe erst um 7 Uhr, da Ricardo mit den Pferden erst dann zueruck sein wuerde. Ok. Kein Stress. Gegen 18.30 Uhr fahren wir runter zum Faehrhafen und treffen auf die anderen Biker. Die hatten in einem leeren Haeuschen am Hafen uebernachtet.Wir muessen die Bikes entladen. Zuerst werden einige Gegenstaende der Gendarmeria auf dem Boot verstaut. Dann duerfen die Rucksacktouristen aufs Boot. Die Rucksaecke werden unter dem Bug verstaut. Dann kommen alle Radtaschen in den Bug und schliesslich werden alle Bikes vorn auf dem Bug verstaut und angeseilt. Alle helfen allen und ruckzuck ist alles versorgt und befestigt. Wir suchen nach einem freien Platz auf dem Boot. Nicht so einfach, aber in der vordersten Reihe hat es noch 2 freie Sitzplaetze. Die teure Faehre ist gut besetzt. Dann warten wir auf die Abfahrt. Doch Ricardo und die ganze Estancia-Familie kommen erst gegen 8 Uhr aufs Boot. Am Sonntag wird in Chile der neue Praesident gewaehlt und alle Buerger muessen abstimmen gehen. Wie in Urugay. Um 8 Uhr legt die Faehre schliesslich ab. Die See ist ziemlich rauh und in der ersten halben Stunde fuehlt sich mein Magen etwas komisch an. Doch dann wir es etwas besser, obwohl die ganze Fahrt, 2,5 Stunden, sehr unruhig ist. Viel Wind. Neben uns sitzt ein soldat, der die Wahlen vom naechsten Tag ueberwachen wird. Der junge Edison von der Bootscrew serviert Tee und Kaffee und praktiziert sein Englisch. Ein aufgestellter, junger „Matrose“. Kurz vor 23 uhr legt die Faehre in Puerto Bahamondez an. Es regnet und es ist wohl zu spaet, um die 7 km nach Villa O’Higgins zu radeln. Gepaeck und Bikes werden entladen und wir schliessen uns den anderen Radlern an und zelten gleich neben der Bootsanlegestelle.Wir ueblich sind wir die letzten. Wir kochen noch eine Suppe und gehen schlafen.

Die ganze Nacht uber hatte es geregnet. Am Morgen regnet es immer noch. Wir muessen aufstehen und nach Villa O’Higgins fahren. Wieder sind wir die letzten, die aufbrechen. Als unsere Bikes gepackt sind, hoert der Regen auf. Wir fahren einem Rio entlang und geniessen den Anblick der Landschaft. Gegen Mittag erreichen wir villa O’Higgins und suchen nach einer Unterkunft. Wir wissen von den Buendner Radlern, dass das El Mosco gut sein soll, aber wir fragen zuerst in der Hospedaje C. Austral nach einem Bett. Die ist leer. Um die Ecke sehen wir einigeBikes vor einer Hospedaje stehen. Wir gehen rein und der Duft von frisch gebackenem Brot empfaengt uns. Die Franzosen sitzen an einem Tisch und beenden gerade ihr Fruehstueck. Sie wollen danach weiter. Wir beschliessen, im „La Cascada“ zu bleiben und goennen uns ebenfalls ein Fruehstueck: Cafe con Leche en Polvo, Kaese, Marmelade und frisch gebackene Broetchen. Sehr lecker. Danach machen wir die Bekanntschaft von Simon, einem belgischen Radler, der uns freundlicherweise ausgedruckte Hoehenprofile der Carretera Austral ueberlaesst. Da wird viel Arbeit auf uns zukommen… Wir trocknen das Zelt und nasse Kleider und dann muessen wir unsere Sachen sortieren. Unser Gepaeck ist immer noch zu schwer und wir hoffen, dass wir etwas nach Hause schicken koennen. Faz sieht mein Gepacke durch, ich seins und wir fuellen 2 Taschen. Doch das Buero von „Internationalen Carrier“ Don Carlos ist immer geschlossen. Wir gehen zum kleinen Postoffice, doch die chilenische Post hier kann keine Auslandpackete versenden. In Coyhaique ware dies erst moeglich. Das war zu erwarten. Odina und Omar, die Besitzer der Hospedaje sagen uns, dass sie manchmal Sachen der Touristen abkaufen. Wir werden ihnen unsere Sachen morgen zeigen. Nach all dem Packen sind wir zu faul um zu kochen und goennen uns ein teures Abendessen in der Hospedaje: Schaffleisch, Kartoffeln, Salat und zum Dessert selbstgebackener Apfelkuchen.

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