Susques – San Pedro de Atacama, eine Andenueberquerung mit Wintereinbruch

Wir wollen um 7.30 Uhr losfahren, um dem Wind ein Schnippchen zu schlagen. Wir wollen gerade los, als Matthias einen Platten Hinterreifen feststellt. In Windeseile wechselt er den Schlauch und gegen 8 Uhr fahren wir bei bewoelktem Himmel los. Es geht ein wenig bergauf und bald beginnt es zu regnen. Doch es windet nicht allzu stark. Wir fahren weiter. Dann geht es runter zum Salar de Olaroz. Von dem sehen wir der vielen Wolken wegen nicht viel. Es regnet nun heftiger. Wir suchen nach einem einigermassen geschuetzten Ort fuer die Mittagspause. Neben einer Wasserroehre, die unter der Strasse durchfuehrt, essen wir zu Mittag. Als wir wieder aufbrechen, sind die Wolken fast verflogen uind die Sonne scheint. Wir kommen weiterhin gut voran, denn wir haben teilweise Rueckenwind. Doch wir warten immer laenger auf Matthias. Er klagt ueber Kopfschmerzen und hat Durchfall. Nach weiteren Kilometern meint er, er wolle sich fuer 1 Stunde hinlegen, denn nun sei ihm auch schwindlig. Alles Auswirkungen der Hoehe. Wir sollen aber weiterfahren. Wir beraten kurz, was wir tun sollen, mit ihm warten oder fahren. Schlussendlich fahren wir weiter, doch vor uns baut sich gerade eine grauschwarze Wolkenwand auf. Es donnert. Wir fahren weiter. Kurze Zeit spaeter beginnt es zu regnen. Wir montieren die Regenausruestung und fahren in den Regen rein. Kurze Zeit spaeter wechselt der Regen zu Schnee. Doch der Wind kommt immer noch von hinten. Wir beschliessen, bis zum Zoll durchzufahren. Sonst muessen wir hier oben in der flachen Wueste im Schnee campen. Wir sausen durch das Schneegestoeber. Bis zum Zoll sind es noch ca. 35 km. Auf einmal blitzt und donnert es. Da werden all unsere Kraefte nochmals mobilisiert und gegen 18.30 Uhr erreichen wir Jama und das argentinisch Zollgebaude. Das war der Altiplanorekord von 120 km an einem Tag. Total eingeschneit und mit eiskalten Fingern fragen wir beim Zoll, ob wir da uebernachten duerfen. Es gaebe bei der YPF Tankstelle in teures Motel, doch der Senor von der Gendarmeria zeigt uns auch noch einen etwas verstaubten Raum neben dem Gebaude. Es ist kalt da drin, doch wir bleiben. Wir stellen Monikas Aussenzelt auf, da drin koennen wir alle 3 unsere Matten auslegen. Wir fragen noch bei der Gendarmeria, ob sie nach Matthias suchen koennen. Sie fahren los, doch sie sehen ihn nicht. Spaeter erfahren wir von ihm, dass an seinem Campplatz kein Schnee gefallen ist. Ich bin sehr muede nach 5 schlaflosen Naechten. Und ich glaube, ich schlafe sofort ein. Interessant, denn so hoch haben wir noch nie gecampt. Wier sind auf 4095 M.u.M.

Um 7.30 Uhr lautet der Wecker. Wir wollen schauen, was das Wetter macht. Es ist immer noch bewoelkt, die Berge weiss, der Himmel auf allen Seiten grau. Wir packen unsere Sachen, fruehstuecken, sehen uns den Himmel nochmals an. Immer noch grau. Wir laufen zur YPF und trinken einen Kaffee. Es ist schoen warm da. Wir gehen zum Zoll zurueck, nun hat es etwas aufgetan. Flo will unbedingt weiterfahren, ich wuerde lieber bleiben, denn der Wetterbericht hat nochmals schlechtes Wetter fuer heute gemeldet. Wir gehen zum Zollbuero, holen unsere Ausreisestempel, dann fahren wir los. Es geht den Berg hoch. Kurz nachdem wir die Grenze zu Chile passiert haben, faehrt ein Fahrzeug der Gendarmeria vorbei und zeigt an, dass wir anhalten sollen. Die 2 Maenner sagen uns, dann wir nicht weiterfahren sollen, der Pass sei schneebedeckt, es sei kalt und es wuerde mehr Schnee geben. Sie koennten uns nicht suchen kommen, da wir schon in Chile sind. Aber sie koennten uns auch nicht aufhalten, da wir eben in Chile sind. Ich will umkehren, Monika stimmt dem zu. Doch dann kommen von der anderen Seite ein paar Motorradfahrer. Die Gendarmeristen halten sie an, doch die Motoradfahrer meinen, alles sei „tranquillo“ und kein Problem. Klar. Nicht fuer Motorraeder. Flo und Moni, wollen nun doch weiter, mir bleibt nichts anderes uebrig als zu folgen. Bald faengt es wieder an zu schneien. Wir ziehen unsere Regensachen an. Es schneit immer heftiger, nun mit Gegenwind. Es ist kalt. Ich bin immer noch erkaeltet. Gegen 14 Uhr halten wir an einem Felsgebilde zur Mittagspause. Es faengt wieder an, heftiger zu schneien, mir ist kalt, meine Finger fast eingefroren. Wir beschliessen, da gleich zu campen. 16 ziemlich unsinnige Kilometer. Waehrend des Zeltaufbaus laesst der Schnee zum Glueck etwas nach. Monika schlaeft in meinem Zelt, so wird es vielleicht etwas waermer. Wir verstauen die Taschen, ziehen die nassen Sachen aus und legen uns eine Stunde hin. Dann wird in Flos Zelt gekocht und bei mir gegessen. Es ist kalt. Ich muss mir Flos Fleece ausleihen. Dann gehen wir schlafen. In der Hoffnung auf besseres Wetter fuer den naechsten Tag.

Die ganze Nacht ueber windet es heftig. Teilweise schneit es auch wieder. Es ist kalt. Um 7.30 Uhr stehen wir auf. Ankleiden bei 2 Grad im Zelt. Draussen scheint nun die Sonne, aber es ist immer noch windig. Der Ortlieb-Beutel auf meinem Bike ist hartgefroren, benfalls die PET-Flaschen. Auf der Innenseite des Ausenzelts hat sich ebenfalls eine Eisschicht gebildet. Es ist kalt draussen, der Wind eisig. Wir bauen das Zelt ab, dann fahren wir los. Mit eisig kalten Gegenwind. Nach ca. 5 km halten wir und suchen nach Windschutz. Den finden wir teilweise hinter einem Felsen. Dort beraten wir, was wir tun sollen. Umkehren oder weiterfahren und bald campen. Ich werde sowieso umkehren, ich will nicht nochmals zwei Naechte in dieser Kaelte verbringen. Ich moechte meine Erkaeltung nicht noch weiter verschlimmern. Monika will auch zurueck, diesmal muss sich Flo fuegen. Doch nun kommen die ersten paar Fahrzeuge in unsere Richtung. Wir versuchen, zu hitchen, aber der Bus, der haelt hat nicht genung Platz fuer alle Bikes. Mit nun heftigem Rueckenwind sausen wir zurueck. Da sind auf graden Stuecken gut mal 70 km/h drin. In den Kurven gilt es aber aufzupassen, sonst wird man von der Strasse gefegt. So erreichen wir die Grenze in Windeseile. Kurz davor treffen wir wieder auf Matthias, der sich hochkaempft. Er will aber weiter. Wir gehen wieder zum Zollgebaeude. Da sind wir wohl die Lachnummer des Tages und muessen allen erzaehlen, wo wir waren, was passiert ist und warum wir wieder hier sind. Doch die Leute der Gendarmeria scheinen auch froh zu sein, dass wir wieder da sind. Sie wollten uns am Tag zuvor schon zurueckholen. Nun machen sie sich Sorgen um Matthias. Wir erklaeren ihnen, was er wohl tun wird: campen oder umkehren. Wir muessen uns nun wieder einen Einreisestempel holen, dann warten wir, ob ein Trueck uber den Pass fahert, der uns mitnehmen kann. Ich fahre kurz zum Motel und reserviere vorsorglich ein Zimmer. Gegen 15.30 uhr kommt dann die Meldung, dass der Pass fuer heute geschlossen bleibt. Wegen zu viel Schnee. Gut. Wir gehen zum Motel. Da wartet eine schoene, heisse Dusche und ein kaltes Zimmer. Irgendwie scheint die Heizung nicht zu funktionieren. Wir trinken eine heisse Schokolade im Cafe, der Herr schaut sich die Heizung an, doch warm wirds nicht.

Wir stehen um 7.30 Uhr auf. Es ist kalt in unserem Motelzimmer, 9 Grad. Wir packen, dann fruehstuecken wir im Cafe. Gegen 5.30 Uhr hatte der Wind aufgehoert, nun windet es wieder ein bisschen. Wir fahren zum Zoll. Der Paso de Jama ist immer noch geschlossen und der Senor der Gendarmeria meint zu Flo: No podes pasar! Heute darfst du nicht durch, heute sind wir auf argentinischer Seite. Gegen 12 Uhr soll es weitere Infos geben. Wir warten windgeschuetzt in der Sonne. Kurz vor 12 Uhr laufen 2 Maenner mit „Gobierno de Chile“ Jacken herum, die Strassenpatroullie. Dann muss der Pass wohl wieder offen sein. Spaeter sehen wir die 2 Chilenen an einem Stand Kaffee trinken. Und sie haben 2 Pickups. Wir fragen, ob sie mich mitnehmene koennen. Ich will nicht mehr fahren. Kein Problem. Spaeter fragt Moni, ob sie auch Platz fuer 3 haetten. Auch kein Problem. Wir sind nun aber fast die letzten in der Schlange fuer die Ausreise. Zuerst zur Gendarmeria, dann bei der Migration anstehen, dann zum Zoll, dann das gestempelte Papier wieder zur Gendarmeria bringen. Ich gehe raus, da winkt mich der Chilene zu sich. Moni kaommt auch, wir fahren die Bikes zu den Pickups. Ich lade meine Taschen und das Bike bei Mauricio auf. Moni und Flo bei dem aelteren Kollegen. Sie wollen bis zum Paso Jama 0, da wo wie am Tag zuvor umgekehrt sind. Von da an wollen sie fahren. Ich moechte nach San Pedro, meine Erkaeltung auskurieren. Die Fahrzeuge warten noch eine Weile, dann duerfen 2 Trucks ohne Anhaenger durch. Und dann faehrt Mauricio los. Ihm muss nun der ganze Fahrzeugtrupp folgen. Ihm gehoert die Strasse. Da die chilenische Seite des Passes immer noch geschlossen ist, kann er in der Strasssenmitte fahren. Mit 100 km/h gehts gegen den Wind voran. Und ich habe einen privaten Tourgide, der mir die Landschaft, Berge und anderes erklaert. Die Landschaft ist toll skuril. Wueste, Lagunen, Vulkane, dann wieder eine Ebene mit Gras und Vicunas. Waere mit dem Bike sicher auch toll gewesen… Bei den Aguas Calientes fahren wir an Matthias vorbei. Nachdem Pass sehe ich die Laguna Verde, die sich schon in Bolivien befindet und den Strassenabzweig nach Bolivien, den wir bald nehmen werden. Dann gehts 30 km den Berg runter, mit Blick auf den Salar de Atacama und die Wueste. Eindruecklich. Dann erreichen wir San Pedro. Hier ist es heiss. Obwohl es hier anscheinend am Tag zuvor geregnet hatte, das erste Mal seit 2 Jahren… Mauricio laedt mich bei der Migracion aus. Dort heisst es wieder Schlange stehen. Etwa 1 Stunde. Dann fahre ich ins Dorf, San Pedro hat nur etwa 3000 Einwohner, auf der Suche nach einer Unterkunft. Ein Mann zeigt mir das Corvatsch. Ich schaus mir an, kurve noch etwas herum und schaue mir noch 3 andere Hostels an. Dann kehre ich zum Corvatsch zurueck. Muss wohl der Name gewesen sein. Einer der Besitzer ist Schweiser. Dann erkunde ich ein wenig das Dorf. Es ist ein kleines, sympathisches, sehr touristischen Wuestndorf. Mir gefaellts hier. Dann goenne ich mir eine Abendessen in einem Restaurant.

Wir bleiben ein paar Tage in San Pedro. An einem Abend machen wir einen Ausflug zu einem Astronomen. In Alains Garten stehen 8 verschiedene Teleskope. Wir sehen Saturn, inklusive seinem Ring, das ist echt scharf. Dann Mars, Alpha und Beta Centauri, Sirius, neugeborene Sterne und Nebulas. Ein sehr interessanter Abend. Dann erzaehlt Alain aus dem Leben des Astronomen. Und der Franzose hat Humor, das Zuhoeren macht Spass und wir lachen viel. Am naechsten Tag besuchen wir mit den Bikes das Valle de la Luna. Von San Pedro bis zum hohen Aussichtspunkt werden wir von 2 Huendinnen begleitet, die zurueck in San Pedro wieder im Nichts verschwinden. Aber von Anfang an. Wir radeln gegen 15.30 Uhr in Richtung Valle de la Luna, denn bei Sonnenuntergang soll es da besonders schoen sein. Doch auch schon bei Tageslicht ist die mondaehnliche, sag ich jetztt einfach mal so, Landschaft interessant anzusehen. Und wir bereuen, nicht eher losgefahren zu sein. Wir fahren bis zu den „Tres Marias“, 3 herausragenden Steinformationen, dann kehren wir um und suchen einen Mirador. Wir halten bei einem Parkplatz und steigen zuerst eine Sandduene, dann einen Berg hoch. Die Aussicht ist toll von da oben. Dann geht die Sonne langsam unter und taucht die Berge und Steine in eine rotes Licht. Dieses aendert sich nun von oragne zu pink bis zu blau. Dann steigen wir beim letzten Tageslicht den Berg hinunter und machen uns fuer die Heimfahrt bereit. Mit Stirnlampen ausgeruestet fahren wir nun die Schotterstrasse zureuck. Es ist stockdunkel. Ein komisches Fahren, denn die Waschbretter und Loecher sind nicht sichtbar… oder zu spaet. Aber wir kommen sicher wieder in San Pedro an, um ein Erlebnis reicher.

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