Potosi – La Paz, die Pechstraehne haelt an

Mein Bus nach La Paz fahert erst um 20.30 Uhr ab. So vertreibe ich mir die Zeit noch einen Tag lang in Potosi. Mit Rumlaufen, Leute beobachten, Fotografieren, Essen und Kaffee trinken. Gegen 18.30 Uhr gehe ich langsam zurueck zum Hostal. Dort durfte ich netterweise mein Gepaeck und das Bike einstellen. Ich sortiere mein Gepaeck noch ein wenig um. Alle Wertsachen kommen in den Rucksack oder ich trage sie auf mir. Ich habe ein etwas ungutes Gefuehl, wenn ich daran denke, allein mit dem Bus zu reisen. Mit all dem Gepaeck und dem Bike ist es schwierig, immer alles im Auge zu behalten, vor allem beim Ein- und Ausladen. Die Senora bestellt ein grossens Taxi fuer mich. Ich warte im Hostal, bis der Fahrer anruft. Dann bringe ich Bike und Gepaeck auf die Strasse, die Senora passt darauf auf. Dann schaffen wir noch alles ueber die Strasse, dort wartet das Taxi. Der Fahrer packt die Taschen rein, dann mit meiner Hilfe das Bike. Der ganze Vorderteil ragt noch heraus, aber das ist wohl kein Problem. Mit offenem Kofferraum geht die Fahrt los. Ich hoffe die ganze Zeit, dass die Taschen bei den steilen Bergfahrten nicht rausfallen. Das Taxi erreicht das Nueva Terminal. Der Fahrer und ich stellen Taschen und Bike auf den Gehsteig, dann lade ich die Taschen auf. Ich stosse das Bike in das Terminal. Auf einer Rampe gehts in den unteren Stock. Dort laufe ich etwas herum und suche den Schalter von Steig 19. Ich finde ihn, doch da ist nichts. Ich stehe etwas ratlos herum. Da kommt der Senor, der mir das Ticket verkauft hat, auf mich zugelaufen. Er oeffnet eine Tuer und wir laufen zum Bus, der schon da steht. Niemand ist da, auch der Chauffeur nicht. Der Senor geht, ich packe die 4 Packtaschen in die grosse Tasche, montiere die Pedalen ab und stelle den Lenker quer. Ich bin gerade fertig, als der Senor wieder kommt. Er oeffnet die Gepaeckklappe, wir stellen Bike und Taschen rein. Fuer einmal ist das Bike und mein Gepaeck als ersts drin. Und es kostet nicht einmal etwas. Ich mag Bolivien. Es ist so viel unkomplizierter als Argentinien und Chile. Ich habe nun fast noch eine Stunde Zeit. Ich sitze ein bisschen herum, kaufe etwas zu essen und und gehe noch einemal aufs Klo. Dann laufe ich wieder raus, nun warten viele Leute vor dem Bus. Der Chauffeur kommt und ich steige ein. Ich bin die einzige Gringa im ganzen Bus, sonst sitzen nur Einheimische drin. Dann gehts los. Jedes Mal, wenn der Bus haelt und Tuergeraeusche ertoenen, schaue ich aus dem Fenster, ob niemand meine Sachen rausnimmt… Mit der Zeit wird es kalt im Bus, meine Fuesse gefrieren fast, es ist unbequem und mein Sitznachbar braucht extrem viel Platz. Ich bin froh, als wir um 6.30 Uhr ins Terminal von La Paz einfahren. Der Bus faehrt weit nach hinten. Da hinten gibts keine Haltebuchten mehr, der Bus haelt am Rand. Ich steige aus. Auf der anderen Seite stehen auch Busse, in der Mitte fahren sie durch. Ich bringe meine Taschen auf die andere Seite, da hat es ein wenig Platz, dann das Bike. Ich nehme das Messer aus der Lenkertasche, um die Kabelbinder durchzuscheiden. Dann montiere ich den Lenker. Da fragt ein Mann hinter mir, ob dies meine Schluessel seien, die da auf dem Boden liegen. Ich schaue ganz kurz und verneine. Dann oeffne ich die grosse Tasche, um die Packtaschen ans Bike zu haengen. Doch wo ist meine Lenkertasche? Ich schaue ueberall. Doch sie ist weg. Da wurde ich doch jetzt tatsaechlich gerade bestohlen… So eine Scheisse. Ich habe im Moment echt eine Pechstraehne. Da laeuft ein Polizist vorbei und fragt, ob alles in Ordnung sei. Ich sage ihm, dass ich gerade bestohlen wurde. Er fragt, wie denn der Mann ausgesehen haette. Klein, dunkle Haare, dunkle Augen, … wie jeder hier. Da kommt ein Security-Mann dazu, dann noch ein Polizist. Alle ein bisschen spaet. Der Polizist sagt zum Security-Mann, er solle den naechsten Bus im Auge behalten, wenn die Leute aussteigen. Der Polizist fragt, wo ich hin will. Ins Zentrum. Er begleitet mich zu einem Taxi, das sicher ist. Diesmal haben Taschen und Bike Platz und der Kofferraum geht auch noch zu. Es ist 7.00 Uhr. Wir fahren zum Cafe Chuquiago. Ich steige aus, lade nochmals alle Taschen aufs Bike und stosse es um die Ecke. Das stehen gerade 2 Touristen vor der Tuer, als ich ankomme, geht sie auf. So treffe ich das erste Mal auf Crisitan. Er macht gerade Fruehstueck fuer einige Death Road Rider. Wir reden, ich bekomme auch etwas zu essen. Spaeter gehen wir auf den Markt einkaufen, fuer das Cafe, und dann fahren wir auf seinem Mottorrad zum Haus seines Bruders, da wohnen auch gerade 3 Biker, dann zu Luisa. Dort lerne ich Laura und Winti kennen, eine kanadisch-irisches Radlerpaar. Es gibt noch eimal Fruehstueck. Ich fahre mit den beiden wieder zum Cafe, dann laufe ich zum Bus-Terminal. Dort frage ich 2 Polizisten, wo ich denn den Diebstahl melden soll. Das Hauptbuero der Touristenpolizei sei beim Stadion. Und nicht mehr auf meiner Karte drauf. Sie begleiten mich zu einem Taxi. Ich fahre zum Buero. Da sitzt schon ein Franzose. Der hat seinen Rucksack mit Foto- und Filmkamera, Laptop, 2 Sonnenbrillen, etc. in einem Taxi vergessen… Ich warte, dann werden meine Daten aufgenommen. Ein paar Stempel und Unterschriften auf das Blatt gemacht und die Sache ist erledigt. Ich gehe zurueck ins Cafe. Dort werde ich heute in einem Nebenraum auch schlafen. Winti kocht gerade ein vegetarisches Chili. Wir essen alle zusammen, dann wasche und trockne ich ein ganze Weile ab. Ich bin muede, muss aber noch warten, bis der letzte Gast geht…

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