Trujillo – Cajamarca, Willkommen in der Regenzeit

Am Morgen stehen wir um 7 Uhr auf. Lucho wird uns noch begleiten, vorher aber wird er mit Enzo und Corinna, dem Belgierpaar, aus der Stadt fahren. Das kann also dauern. So gibt es nochmals einen Fruchtsalat auf dem Mercado. Dann noch Zimmer putzen, Bikes beladen. Dann kommt doch tatsaechlich auch schon Lucho zurueck. Nun wird noch Truji aufgeladen. Monika hat ja seit ein paar Tagen ein „Haustier“, eine kleine Katze. Sammy, der eine Junge der Verhages, hatte sie auf der Strasse gefunden. Ein kleines, krankes Haeufchen Elend. Dann wurde es in der Casa de Ciclistas aufgepaepelt und nun ist es Monikas Katze.

Truji, Monikas Kaetzchen

Ohne zu gross fragen hat sie dann beschlossen, dass die kleine Katze mitreist. Ich mag Katzen sehr, doch hier haelt sich meine Begeisterung total in Grenzen. Ich finde, so eine Tier gehoert in ein nettes Heim und nicht auf einem Velo auf die Strasse. Das grenzt fuer mich schon fast an Tierquaelerei. Und das kleine Ding pisst und scheisst im Moment noch ueberall hin, da ihm noch niemand die Benutzung eines Katzenklos gezeigt hat. Auch die restliche Vorbereitung war nicht wirklich optimal. Monika hat nie eine Probefahrt mit Katze unternommen. So wird das Kaetzchen dann in einen Sack verpackt vorne auf den Lenker gehaengt. Das geht natuerlich nicht lange gut, so zieht sich die Ausfahrt aus Trujillo dann nochmals ziemlich hin. Schlussendlich haengt das kleine Ding in einem kleinen Rucksack vorne an Monikas Koerper. So gehts einigermassen.
Bei Kilometer 3 fangen dann die „Slums“ von Trujillo an, links hinten am Berg. Ein Grund, warum Lucho mitfaehrt. Dort wurden schon viele Radfahrer ausgeraubt. Der Strassenrand ist beidseits gesaeumt von Zuckerrohr. Darin verstecken sich die Banditen normalerweise und stuermen dann raus. Doch im Moment ist das Zuckerrohr noch nicht allzu hoch. Wir fahren ziemlich schnell durch diese Gegend. Dann sind wir durch. Es geht vermeintlich geradeaus, doch in Wirklichkeit steigen wir immer ein wenig hoch. Ein Plano falso. In einem Restaurant essen wir im Schatten zu Mittag. Natuerlich gibt es Arroz con Pollo. Dann gehts weiter. Es ist heiss. Nun beginnt die Strasse richtig zu steigen. Es ist ganz schoen anstrengend. Lucho beginnt uns abwechlungsweise zu schieben. Er faehrt ja ohne Gepaeck. Am Anfang ist das noch ganz angenehm, doch mit der Zeit wird dies ziemlich anstrengend. Denn wenn er schiebt, muss man viel schneller und fester in die Pedalen treten.

Luchos Schiebeaktion

Gegen 17 Uhr sind Moni und ich ziemlich fertig. Doch bis zum naechsten Dorf gehts noch ca. 30 – 45 Minuten. Wir kaempfen uns weiter nach oben, vorbei an Ananasplantagen. Total erschoepft erreichen wir Platanar. Lucho fragt nach einem Hostal. Gibts nicht in dem kleinen Dorf. Vor einem Haus gleich neben der Strasse sitzt ein alter Mann. Lucho fragt, ob wir dort campen duerfen. Kein Problem. Das Problem ist nur, dass Lucho weder Matte noch Schlafsack, noch Jacke noch sonst etwas dabei hat. Auch er etwas unvorbereitet. Wir stellen unter dem Vordach des Hauses nur das Aussenzelt auf, es ist warm in Platanar, so haben wir etwas mehr Platz. Truji uriniert gleich noch auf den Footprint. Wir rauemen die Taschen rein, dann essen wir draussen noch Brot und Kaese. Schon jetzt donnern Lastwagen und Busse extrem laut und im Minutentakt vorbei. Das Haus steht gleich an der Strasse, und genau davor steht eine Geschwindigkeitsschwelle. Alle sind muede, darum gehts nachher ins Zelt. Lucho auf Jacken, Tuechern und sonst allem Weichen, was wir haben, in die Mitte. Die Nacht wird extrem laut und selbst mit Ohropax kann ich nicht schlafen.

Um 6 Uhr „wache ich auf“, ziehe mich an. Alle Taschen raus, Zelt zusammenpacken, dann fruehstuecken wir. Es ist jetzt schon warm. Eine Frau verkauft vor dem Haus Chocho. Chocho sind die Samen einer andinen Lupinienart, die in aufwaendiger Prozedur gekocht und gelagert werden und ist extrem gesund, da es alle Vitamine des B-Komplexes aufweist (laut Lucho). Die Samen werden dann mit Tomaten, Koriander und Chili gemischt. Ich mag Chocho. Da kaufe ich gleich noch eine Portion fuers Mittagessen. Wir verabschieden uns von allen Leuten, dann fahren wir los. Es geht rauf heute, den ganzen Tag. Lucho will wieder stossen, doch ich will die Hilfe nicht. Sonst bin ich schon morgens kaputt. Ich muss in meinem Tempo fahren. Gegen 11 Uhr beginnt die harte Steigung. Richtig steil gehts nun hoch. Wohl ein Vorgeschmack auf Ecuador. Langsam arbeiten wir uns nach oben. In einer Kurve machen wir Mittagspause. Noch eine Stunde will Lucho mitfahren. Doch gerade als wir wieder startklar sind, beginnt es zu troepfeln. Ein paar Meter weiter regnet es. Wir ziehen die Regenjacken an, Lucho, der natuerlich auch keine Regenjacke dabei hat, kehrt um. Sonst wird er total nass. Er darf ja jetzt runterfahren. Und das kann dann auch noch kalt werden. Wir verabschieden uns von Lucho, dann kaempfen wir uns im Regen weiter hoch. Dann kommt sie, die Abzweigung nach Otuzco. Wie schoen. Wir fahren die 5 km nach Otuzco rauf, eigentlich ein Umweg, aber heute wollen wir fuer die Nacht ein Dach ueber dem Kopf. Wir sind total kaputt und nass, als wir im Dorf ankommen. Im Dorf geht es nochmals eine Weile nach oben. Wir suchen ein Hostal. Im ersten gibts ein kleines Zimmer fuer 15 Soles. Das nehmen wir. Die versprochene heisse Dusche ist natuerlich kalt…

Am nachsten Morgen ist der Himmel blau mit einigen Wolken. Gegen 7.30 Uhr verlassen wir Otuzco. Wieder 5 km zurueck zur Abzweigung, aber diesemal gehts runter. Dann biegen wir auf die Strasse nach Huamachuco ein, nun Erdstrasse. Es geht kurz runter zum Fluss, dann rauf. Und zwar eine ganze Weile. Seit Trujillo fahren wir ohne Hoehenprofil und auch ohne GPS. Schade, die Hoeheninformationen war immer sehr hilfreich. Ein Mann an der Abzweigung sagt uns, es gehe rauf, dann runter, dann wieder rauf und dann sei es eben. Mal sehen, ob das stimmt und wie lange die Distanzen sind. Wir erreichen ein Dorf, dann gehts tatsaechlich runter, dann wieder rauf. In der Zwischenzeit troepfelt es und es ist kuehler geworden. Wir erreichen ein flacheres Stueck, in der Ferne sehe ich schwarze Wolken und Regen. Kurze Zeit spaeter erreichen wir Paraiso. Gleich beim Dorfeingang neben einem Restaurant hat es eine flache Grasflaeche. Wir fahren zum Restaurant, dort wollen wir fragen, ob wir im Gras campen duerfen. Die 2 Maedchen laufen jedoch gleich kichernd davon. Wir fragen nach er Dueña. Die Maedchen erscheinen wieder und verschwinden nochmals. Doch diesmal kommen sie mit der Antwort zurueck. Wir duerfen campen. Dann kommt auch die Señora. Die meint, sie haette auch Cuartos, fuer 5 Soles pro Person. Das waere natuerlich noch besser, denn es ist nun ziemlich kalt und der Regen kommt auf uns zu. Wir nehmen das Cuarto, dann gehen wir ins Restaurant. Wie erwaermend doch so ein heisser Kamillentee sein kann…

Heute sind wir wieder um 6 Uhr startklar. Es ist kalt. Aber wir sind ja auch wieder in der Sierra. Leider wissen wir nicht, wie hoch. Der Himmel ist wolkenbedeckt, doch die Sonne drueckt durch. Und schon bald wird es Zeit fuers T-Shirt, denn es geht immer noch ein wenig hoch. Die Landschaft gleicht der buendnerischen Heimat, mal abgesehen von den Eukalyptusbaeumen. Nun geht es runter, dann wieder sehr steil rauf bis nach Shorey. Die Erdstrasse ist vom Vortagregen noch nass, der Grund wie Leim, an dem die Raeder kleben bleiben. Mit diesem Rollwiderstand ist das Hochkommen noch anstrengender. In Shoery wollen wir Brot kaufen, doch auch das ist nich so einfach. Wir finden ein paar suesse Broetchen, sonst ist Shorey wohl nur auf der Karte, weil danach eine wichtige Strassenkreuzung folgt. Wir erkundigen uns nach dem weiteren Weg, vor allem nach der kommenden Steigung. Es gehe noch ca. 20 Autominuten hoch, dann sei alles Bajada bis nach Huamachuco. Wir fahren zum Fluss runter, vorbei an der Mine, dann beginnt die Steigung. Nun wechselt aber der Belag zu Aspahlt. Der Himmel vor uns ist schwarz. Wir erreichen das Dorf Quiruvilca. Auf dem dortigen Markt kauft Monika noch etwas fuers Abendessen, waehrend ich die zig Fragen von neugierigen Kindern beantworte. Dann gehts weiter durchs Dorf, extrem steil nach oben. Wir koennen Strassen durch Doerfer nur so steil sein? Puhh. Eine alte Señora ruft uns nach: „Ustedes van a morir“. Ihr werdet sterben. Ich nehme an, sie hat das auf das kommende, schlechte Wetter bezogen. Doch wir sind uns wettertechnisch ja einiges gewohnt, wir werden auch das meistern. Am Dorfausgang beginnt es leicht zu hageln. Wir ziehen mal die Regenjacke an, dann gehts weiter nach oben. Es ist Mittagszeit, doch wir essen nur eine Kleinigkeit, denn der Himmel vor uns ist schwarz, rechts im Tal donnert es. Und dann beginnt es staerker zu hageln, der Nebel huellt uns ein. Zeit fuer die ganze Regenmontur. Truji, die mittlerweile in einem Sack vom Lenker baumelt, bekommt als Schutz eine Plastiktuete uebergestuelpt. Wenn ich die Katze beim Fahren so am Lenker baumeln sehe, tut sie mir jedes mal unendlich leid. Das arme kleine Ding. Es geht noch weiter hoch, doch dann sind wir oben. Es geht etwas runter, aber zwischendrin immer wieder etwas hoch. Nun scheint die Sonne.

Rein ins nasse Vergnuegen

Doch mit der naechsten Steigung kommt der Hagel zurueck. Und es hagelt stark. Die Koerner schmerzen richtig im Gesicht. Rechterhand blitzt und donnert es. Und nach einer Weile geht es wirklich runter. Doch auf der anderen Talseite sehe ich eine weitere lange Steigung. Soviel zu der peruanischen Vorhersage zum Strassenverlauf. Und vor dieser Steigung stehen wir bald, mittlerweile ziemlich nass. Denn nun regnet es in Stroemen. Dann fahren wir halt nochmals hoch. Die Landschaft waere hier eigentlich sehr schoen, mit vielen Lagunen. Nun laesst der Regen etwas nach. Als er ganz aufhoert, essen wir kurz etwas. Wir sind beide hungrig. Ein Auto mit Minenarbeitern faehrt vorbei. Die Herren schwatzen ein wenig und meinen, dass wir uns hier auf 4000 m.ue.M. befinden, der Pass sei auf 4200 m.ue.M. Deshalb ist es so kalt. Seit wir ohne GPS fahren, ist die Hoehenschaetzung ziemlich schwierig. Dann gehts weiter, wieder hinein in den Regen. Der Asphalt ist hier ziemlich loechrig und mittlerweile fliesst das Wasser in Baechen die Strasse runter. Und dann haben wir wirklich die Spitze erreicht, es geht runter. Noch etwa 30 km bis Huamachuco. Das schaffen wir noch. Die Abfahrt ist trotz Regen nicht schlecht, irgendwann frieren mir einfach die Finger fast ab. Kurz vor Huamachuco essen wir nochmals was, wir sind beide kaputt. Es geht nun mehr oder weniger geradeaus, meine Beine schmerzen bei den kleinen Steigungen. Gegen 17 Uhr ereichen wir das Dorf, patschnass. Das erste Hostal nehmen wir, wir sind muede. Nach fast 8 Stunden im Sattel bei nicht gerade idealen Wetterbedingungen. fuer uns wohl ein neuer Zeitrekord. Und wir befinden uns also definitv in der Regenzeit. Das kann ja heiter, oder besser gesagt nass werden.

Als ich morgens aus dem Zimmer gehe, ist der Himmel grau und wolkenverhangen. Als wir die Taschen runtertragen, regnet es schon wieder. Was nun? Wir fahren. Wir beladen die Bikes, montieren die Regenbekleidung und los gehts. Im Regen fahren wir aus der Stadt. Es geht runter, dann geradeaus, dann ein wenig hoch. Dann der Beginn der Laguna Sausacocha. Wohl ein Ort fuer Wochenendausfluege fuer die Leute aus der Gegend. In der Trockenzeit. Jetzt ist alles leer. Eine Kurve und die Strasse macht eine lange Vuelta um die Lagune, wir passieren das Dorf Sausacocha. Aber mittlerweile regnet es nicht mehr. Nach dem Dorf machen wir eine kurze Pause, Zeit um die Regenbekleidung loszuwerden. Es geht noch eine Weile geradeaus. Wie schoen doch Fahrad fahren sein kann. Dann gehts hoch. Nun auf grossen Kieselsteinen und Erde. Und in den Kurven nasser Lehmmatsch. Zudem ist die Steigung ziemlich steil. Das Rauffahren ein gutes Stueck Arbeit. Dann nimmt die Steigung ab, es geht noch leicht nach oben, immer wieder an Hauesern und winzigen Doerfern vorbei. Auf den Feldern werden Kartoffeln angepflanzt. Die Landschaft sieht nun ein bisschen aus wie im Schweizer Mittelland, natuerlich mit total anderem Haeuserbausstil. Die Kinder schreien uns „Gringos“ nach, manche Leute gruessen ueberhaupt nicht, und dann wieder alte Frauen, die ganz uebeschwenglich gruessen und uns eine gute Reise wuenschen. Eine interessante und unvorhersehbare Mischung. Wir erreichen den hoechsten Punkt. Dann eine lange Abfahrt. Manchmal gehts aber einfach nicht mehr voran, sogar beim Runterfahren. Die Raeder haften am Boden wie auf Leim. Es fuehlt sich an, als ob jemand von hinten am Rad zieht. Auf dem letzten Stueck der Bajada fahren wir dann noch ueber feineren Kies. Muss neu sein. Dann ein paar Regentropfen. Schnell ziehen wir die Regenjacken an. Um sie gleich wieder auszuziehen. War diemal falscher Alarm und der Regen hoert gleich wieder auf. Aber man weiss ja nie… Wir erreichen den Fluss und somit den tiefsten Punkt. Zeit fuer die Mittagspause. Dann auf dem Kies weiter hoch, wieder ziemlich steil, durch das Dorf Shitabamba. Dann noch weiter rauf, dann etwas rauf und runter. Das Wetter spielt immer noch mit. Nun folgt die Abfahrt nach Cajabamba. Cool. Eigentlich rechneten wir mit 1 bis 1,5 Tagen, nun sind wir um 13.30 Uhr schon im Dorf. Nun beginnt es zu regnen. Klar. Wir gehen auf Hostalsuche, schauen uns 3 an. Im Hostal „Sol Naciente“, einem eher nobel wirkenden Hostal, bekommen wir ein riesiges Zimmer fuer 25 soles. Und eine heisse Dusche. Wie schoen doch so heisses Wasser sein kann, nach so langer Zeit mit kalten Duschen. Dann gehen wir in die Stadt, auf den Mercado, Essen einkaufen, dann setzen wir uns noch eine Weile auf die Plaza. Auslauf fuer das Kaetzchen.

Heute starten wir bei fast blauem Himmel. Ob die Wolken und der Regen am Nachmittag kommen? Wir verlassen Cajabamba, bald darauf beginnt die Abfahrt. Eine coole, lange Bajada auf einer super Asphaltstrasse. 16 km lang. Was will man mehr. Wir erreichen das Tal. Nun geht es nochmals 15 km mehr oder weniger flach weiter. Vorbei an sattem Gruen, mit Bananenpalmen, Avocado- und Mangobaeumen, Maisfeldern und farbigen Blumen.

Endlich wieder Gruen

Monika bei der schuhfreien Flussueberquerung

Zwischendrin muessen wir einen Bach ueberqueren. Der ist zu tief um durchzufahren, wie wir bei den Autos beobachten koennen. Gut. Schuhe ausziehen und Rad durchstossen. Kein Problem. Dann gehts weiter. In einer Kurve machen wir eine kurze Rast. Auf der anderen Strassenseite laeuft eine Señora mit einem kleinen Maedchen runter. Wir essen etwas, die beiden stehen nun auf der gegenueberliegenden Seite der Strasse und schauen dem Papa auf dem Feld unten zu. Truji kommt gerade aus ihrem Sack gekrochen, das kleine Maedchen schaut immer wieder rueber. Vielleicht moechte es ja eine kleine Katze, meine ich zu Monika. Denn eigentlich suchen wir nun nach einer Familie fuer das Kaetzchen, denn das Reisen gefaellt ihm nicht besonders, was auch Monika einsehen konnte. Nach einer Weile geht sie rueber und zeigt Truji dem Maedchen. Das Kind versteckt sich scheu hinter der Mama. Monika fragt, ob es die Katze wolle, sie wuerde sie ihr schenken. Denn sie suche ein Familie und ein Heim fuer die Katze. Die Mama nimmt das Kaetzchen und meint, dass sie es gerne behalten wollen. Monika gibt der Señora Futter, Anti-Flohmittel und den Sack, das Katzenheim. Dann der schwierige Abschied. Und die Familie faehrt auf einem Motorrad mit Truji davon. In unsere Richtung. Vielleicht sehen wir sie nochmals. Monika ist sehr traurig, klar, aber sie hat das Richtige getan. Ich glaube, so ist es besser fuer die Katze. Wir fahren weiter, zuerst den Huegel rauf, dann runter. Und da ist das kleine Maedchen. Wir gehen kurz zum Haus, Monika macht noch ein letztes Foto vom Maedchen mit Truji, dann der endgueltige Abschied. Ich sehe eine weitere Mieze dasitzen, Truji wird nicht alleine sein. Hoffentlich geht es ihr dort gut. Wir fahren weiter, dann beginnt die Steigung. Es ist heiss. Der Schweiss laueft mit in Stroemen runter. Da kommt uns ein Radler entgegen. Antonio aus Italien, seit 2,5 Jahren von Alaska unterwegs nach Sueden. Aber 11 Monate davon hat er gearbeitet, in Hilfsprojekten gegen Kinderarbeit. Toll. Dann kaempfen wir uns weiter den Hang hoch, die Hitze drueckt. Ich denke daran, den unteren Teil der Hose abzunhmen. Das erste Mal. Gedacht, wenig spaeter getan. Doch kaum sind die Beine ab, werde ich nur so von Zancudos angefallen. Fazit der Hosenbeinabnehmaktion. Zuerst Antimoskito einschmieren, dann abnehmen… Dann geht die Fahrt weiter, gegen 12 Uhr erreichen wir den hoechsten Punkt. Mittagspause.

Mittagspause mit Queso Tipo Suizo

Dann wieder eine lange Bajada, bis nach San Marcos. Mittlerweile ist der Himmel vor uns wieder ziemlich schwarz. Wir essen ein Glace, dann diskutieren wir, ob wir bleiben oder weiterfahren. Die Señora, die uns das Glace verkauf t hat, meint, dass der Regen kommt. Wir bleiben und suchen uns ein Hostal. Dann bleibt noch Zeit fuer einen Mercadobesuch. Die Markthalle ist niegelnagelneu, riesig und erst seit Mai in Betrieb. Daher hat es aber noch fast keine Staende darin. Und alle Jugerias sind geschlossen. Aber in einem Resraurant gibts spaeter doch noch einen Jugo. Und noch spaeter setzt er Regen ein.

Kurz nach 6 Uhr verlassen wir San Marcos. Es nieselt leicht. Wir fahren aus der Stadt raus, dann beginnt die erste Steigung. Und es wird heiss in der Regenjacke. Der Nieselregen hat fast aufgehoert, daher fahren wir im T-Shirt weiter. Kurve um Kurve arbeiten wir uns hoch. Auf Asphalt geht das richtig gut. Dann fahren wir in den Nebel hinein. Teilweise sehe ich Moni nur noch knapp vor mir. Leider sieht man auch von der Landschaft nichts. Dann eine winzige Abfahrt, dann gehts weiter nach oben. Wir fahren durch einige Doerfer. Kurz nach Condorbamba beginnt die erste Abfahrt. Durch Marara hindurch und weiter runter. Wieder eine coole Abfahrt. Dann durch ein weiters Dorf hindurch, dann beginnt schleichend die zweite Steigung. Nochmals geht es eine Weile nach oben. Die Kurven und einige Abschnitte sind sehr steil. Gegen 12 Uhr knurrt der Magen. Es nieselt wieder leicht. Am Rande eines kleinen Eukalyptuswaeldchens essen wir zu Mittag. Nun wird der Regen immer staerker. Nicht mal in Ruhe essen laesst er einen. Dann regnet es so stark, dass wir in das Waeldchen fluechten. Schon ziemlich nass ziehen wir die Regenbekleidung an. Und in stroemendem Regen fahren wir weiter. Netterweise gehts nun runter. Nochmals ein tolle Abfahrt. Obwohl der Regen ins Gesicht peitscht. Noch ein kleiner Huegel, dann der 7 km Stein. Wir sind schon fast in Cajamarca. Wir rechneten mit 2 – 4 Tagen, da wir die Steigungen nicht kannten, nun schaffen wir es in 2 guten halben Tgen von Cajabamba nach Cajamarca. Eine schoene Ueberraschung. Cool. Nach der Abfahrt geht es noch geradeaus. Nun benimmt sich ploetzlich mein Vorderrad komisch, die Bremse rattert. Ich kontrolliere, ob das Vorderrad lose ist. Alles ok. Dann sehe ich mir die Bremsscheibe an. Da sind doch tatsaechlich 2 Schrauben total locker, die Scheibe wabelt. Da hat Lucho wohl doch nicht so gut gearbeitet, als er den Hub ausgetauscht hat. Er sollte wohl besser tagsueber arbeiten, und nicht in Nachtschichten Bremsscheiben anschrauben. Ich ziehe die Schrauben an, natuerlich wird nun mein Tascheninhalt nass, als ich das Werkzeug raushole. Dann nehmen wir noch die letzten Kilometer in Angriff. Wir fahren laengere Zeit in die Stadt hinein, Cajamarca ist relativ gross. Dann gehts auf Hostalsuche. Nicht einfach, die Stadt scheint wieder einmal extrem teuer zu sein. Wir kurven wohl fast 2,5 Stunden im Regen herum, bis wir uns mittlerweile frierend fuer das „Sabogal“ entscheiden. Fuer je 20 Soles gibts ein kleines Zimmer, in dem kaum alles Gepaeck Platz hat. Doch das Bett ist bequem. Ich freue mich auf eine heisse Dusche, doch die ist nicht heiss. Der Jovensito wird nun von der Señora herumgejagt, auf Ursachensuche zu gehen. Nach 20 Minuten solls warmes Wasser geben. Nach 1 Stunde gibts immer noch keins. Ich frage, ob es denn in anderen Zimmern heisses Wasser gaebe, denn wir wollen nach einigen Stunden im kalten Regen einfach heiss duschen. V.a fuer 20 Soles. Im Nebenzimmer ist das Wasser waermer. Dort duerfen wir duschen. Dieses Zimmer ist auch groesser. Daher fragen wir spaeter, ob wir am am naechsten Tag dahin umziehen duerfen. Das geht. Dann gibts noch Chinagemuese in einem Chifa-Restaurant, wo wir wieder die aelteren franzoesischen und hollaendischen Radlerpaare treffen. Die Hollaender hatten uns nachmittags von einem Balkon aus zugerufen. Wir schwatzen natuerlich ein wenig und tauschen Weginformationen aus.

In Cajamarca wollen wir 3 Tage bleiben. Die Hollaender treffen wir am naechsten Tag wieder auf dem Mercado Central. Sonst ist der erste Tag nicht sehr ereignisvoll, Internet, Blog schreiben, Waesche in die Lavanderia bringen (seit langer Zeit wieder einmal) und dem Regen zuschauen.
Am 2ten Tag fahren wir zu den „Baños del Inca“ und geniessen ein schoen heisses Bad in einer kleinen privaten „Wanne“. In dieser Anlage hatte auch schon der grosse Inca Atahualpa gebadet. Und den Spanier Francisco Pizarro empfangen.

Baños del Inca, das Wasser kommt mit 71 Grad Celsius aus dem Boden

Baños del Inca, das Wasser kommt mit 71 Grad Celsius aus dem Boden

Nach dem Bad kaufen wir uns einen Fruchtsalat mit Joghurt, dann noch eine Tuete Chocho. Im Schuelerverkehr fahren wir zurueck in die Stadt und kaufen auf dem Mercado Brot. Dann setzten wir uns auf die Plaza uns essen Chocho mit Brot. Ungewohnterweise fuer die Einheimischen stopfen wir den Chocho ins Brot. Rechts neben uns beobachten uns ein paar junge Maedchen. Und machen Fotos von uns mit ihren Handys. Warum wohl? Dann kommt ein Señor zu unserer Bank und fragt, ob die Jungen ein Foto mit uns machen duerfen. Klar. Und so setzten sich etwas 8 Jugendliche nacheinander einzeln zwischen uns und lassen sich fotografieren. Echt seltsam. Dann erklaert uns der Señor, wohl der Lehrer, dass die Maedchen und Jungs gerade auf einer 4-taegigen Abschlussreise seien und sich die Sehenswuerdigkeiten in Cajabamba anschauen wuerden. Was wir wohl fuer eine Sehenswuerdigkeit sind?

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