Quito – Piura – Quito, Vamos a la Playa

Nach einer kurzen Quito-Stadtbesichtigung gehts nochmals nach Sueden. In den Norden Perus. Ich darf mir nochmals eine Auszeit nehmen und verbringe diese an der Kueste. Es ist schoen, wieder einmal am Meer zu sein, durch das warme Wasser zu laufen und sich von den Wellen die Hosen nassspritzen zu lassen. Zudem gibts Voegel, Surfer und Fische zu beobachten. Richtiger Strandurlaub eben. Soweit alles schoen und gut, bis meine gerade wieder gewonnene gute Laune mit einem Mal zunichte macht wird.

 

Quito Plaza

Iglesia San Francisco

Wir nehmen einen Bus hoch nach Quito. Dort schauen wir uns den alten Stadtteil und einige Kirchen an. Es ist Sonntag, die Strassen im Zentrum autofrei. Ziemlich fortschrittlich. Und natuerlich flitzen heute unzaehlige Biker durch die Strassen. Nach einer Weile  Stadtbesichtigung mache ich mich auf den Weg zum Suedterminal. Das Ganze hatte so begonnen, dass Lucho angekuendigt hatte, dass er im neuen Jahr 2 Wochen mit „uns“ zusammen fahren moechte. Nach den gemachten Erfahrungen nach Trujillo und in Cajamarca haelt sich meine Begeisterung hierbei ziemlich in Grenzen. Ich muss nicht 2 Wochen lang das fuenfte Rad am Wagen spielen. Daher war die Idee die, dass Monika und Lucho alleine fahren und ich mich derweil andersweitig beschaeftigen werde. Mit einem letzen Besuch in Peru. Ich werde mich nochmals mit dem Sherpa treffen. Doch Lucho aendert seine Plaene auch des Oefteren, er will nun 20 bis 30 Tage mit „uns“ mitfahren. Da liegt eine Vuelta wohl nicht mehr drin. Aber im Gegensatz zu Lucho halte ich mich an den Plan. Und kaufe mir ein Ticket nach Loja. Von dort gehts dann weiter nach Piura. Danach fahre ich wieder in die Stadt und wir suchen noch ein paar Outdoor-Shops, doch die sind heute alle zu.

Am spaeten Nachmittag verlasse ich Tumbaco. Zuerst per Bus nach Rio Coca, dann zum Suedterminal Quitumbe. Im abendlichen Stossverkehr. Alleine diese Fahrt dauert 2,5 Stunden. Dann warte ich noch eine Stunde im Terminal. Und mit einer guten halben Stunde Verspaetung und einigen Verwirrungen betreffend des richtigen Fahrzeuges fahert der Bus schliesslich ab. 11 Stunden auf engem Sitz warten auf mich. Und natuerlich klappt mein Vordermann 2 Minuten nach Abfahrt seinen Sitz bis zum „geht-nicht-mehr“ runter. Ich fuehle mich wie eine Sardine in ihrer Buechse. Manchmal denke ich ja beim Radeln, dass Busfahren so schoen ware. Aber ich glaube, so im Grossen und Ganzen ist Radfahren doch viel besser. Um 7.30 Uhr faehrt der Bus in Loja ein. Gerade etwas zu spaet, um den 7 Uhr Bus nach Piura zu erwischen. So warte ich nun 5 Stunden in Loja auf den 13 Uhr Bus. Aber ich kenne ja Loja, fahre ins Zentrum und fruehstuecke erst einmal, dann hocke ich noch eine Weile in ein Internet-Lokal. Dann wieder zum Terminal. Beim Einsteigen steht eine Gringa neben mir, aus Deutschland. Wir unterhalten uns ein bisschen. Im Bus sitzt sie vor mir. Als ein einheimisches Paar reinkommt, er hat den Sitz neben mir, sie neben Dominique, der Deutschen, tauschen wir die Plaetze. So wird die 8-stuendige Fahrt nach Piura etwas unterhaltsamer. Etwas weiter vorne sitzt ein weiterer Gringo, Schweizer, wie sich spaeter herausstellt. Gringos gesellen sich halt doch gern. Nach ca. 6,5 Stunden erreichen wir Macará, und somit die Grenze. Dies ist eine eher kleine Grenzstelle. Todo tranquilo. Doch hier erwartet mich eine Ueberraschung. Ich dachte, dass ich im neuen Jahr wieder 180 Tage Visum fuer Peru bekomme. Das ist aber falsch. Das Jahr ist kein Kalenderjahr, sondern beginnt mit dem ersten Landeseintritt. Und der war am 2. Juni 2010. Aber ich war nicht die ganze Zeit in Peru, nur etwas ueber 5 Monate. Nach ewig langer Passkontrolle und einer Unterhaltung mit dem Grenzbeamten bekomme ich den Einreisestempel: +- 30 Tage. Glueck gehabt. Waere etwas peinlich, wenn ich hier an der Grenze haengenbleiben wuerde. Mittlerweile ist es ziemlich warm draussen und der Bus hat schon einiges an Verspaetung. Zudem wird es im Bus ziemlich heiss. Ob es eine gute Idee war, sich an der Kueste zu treffen? Kurz nach 22 Uhr erreichen wir Piura. Ich hatte Victor gesagt, dass er nicht warten muesse, weil es spaet werde. Doch natuerlich steht er da. Eine scheue Umarmung. Denn Dominique steht ja neben mir. Sie muss auch in die Stadt, daher teilen wir uns ein Taxi. Ich bringe meine Sachen ins Hostal, dann essen wir noch was. Nun ist ein T-Shirt sogar um diese Tages- oder besser gesagt Nachtzeit ausreichend.

Wir schauen uns einen Tag lang Piura an und schwitzen ganz schoen. Es ist richtig heiss hier. Ansonsten hat man Piura in einem Tag gesehen. Wir beschliessen deshalb, am naechsten Tag weiter nach Norden, nach Máncora, zu fahren.

So gehts am Morgen in weitern 4 Stunden Busfahrt nach Máncora. Die Fahrt dahin ist heiss, das T-Shirt klebt am Ruecken. Auch die restlichen Kleider kleben. Und bald fahren wir durch die Wueste. Nichts als Felsen und Sand. Und flirrende Hitze. Zum Glueck sind wir nie auf die Idee gekommen, der peruanischen Kueste entlang nach Norden zu fahren. Eben weils Wueste ist… Dann erscheint der Pazifik in meinem Blickfeld. Máncora liegt am Meer. Und ist wohl bei jungen Touristen als Partyort beliebt. Bei der Ankunft werden wir gleich von zig Typen bestuermt, jeder will uns andere Hostals andrehen. Wir kaempfen uns davon und essen erst mal was. Dann suchen wir ohne fremde Hilfe ein Hostal. Und dann nichts wie ab an den Strand. Spazieren. Das Wasser ist angenehm warm. Schoen, wie es die Fuesse und Beine umspuelt. Und die Hosen nassspritzt. Doch der Sherpa will nicht baden. Wir laufen lange dem Strand nach, beobachten Flamingos in der Ferne und die Fregattvoegel ueber unseren Koepfen.

Ferne Flamingos

Nahe Fregattvoegel

Und Kite-Surfer

Dann verbringen wir die Zeit mit dem Bestaunen der Surfer und Kite-Surfer. Das wuerde ich ja auch gerne ausprobieren. Ein ander Mal vielleicht. Ansonsten ist Máncora Party-Ort, am Abend wirds laut am Strand, unzaehlige Discos saeumen die Promenade. Peruanischer Ballermann. Zum Glueck ist unser Hostal weit weg davon. Sonst waere wohl nix mit Schlafen.

Wir verbringen 2 weitere Tage am Strand. Mit spazieren, Kite-Surfer bewundern, Krebsen nachrennen, Voegel beobachten und Sonnenuntergaengen bestaunen. Und dann sind da noch die toten Fische. Hier muss man nicht tauchen oder schnorcheln gehen, man sieht die Unterwasserwelt auch am Strand. Unzaehlige tote Fische liegen da. In ernormer Vielfalt. Sogar Muraenen hats dabei. Und zwar ziemlich viele.

Stachelfisch...

... und Muraene. Alle tot.

Ich frage mich, woran die alle sterben. In Fischernetzen oder an den Haken? Seltsam. Auch 2 tote riesige Meeresschildkroeten hats an den Strand gespuelt. Wo sie in der Hitze vor sich hinrotten. Doch am 2ten Tag sind beide weg. Aber schoen ists trotzdem. Ich genisesse die Zeit. Fuehlt sich an wie richtige Ferien. Herrlich.

Ahhh...

Aber auch den Strand hat man bald gesehen, wir fahren weiter nordwaerts, nach Tumbes, wo wir gegen Mittag ankommen. Wir schauen uns die Stadt an. Tumbes hat eine riesige, kuerzlich renovierte Plaza mit einer akustischen Halbkugel, welche mit einem Mosaik bestueckt ist. „Zusammenstoss von 2 Welten“ wird es genannt und bezieht sich auf die Ankunft der Spanier und den natuerlichen Reichtum der Gegend. In der Mitte haengt die Figur vom Haeuptling Chilimasa, der den spanischen Wehrmaechten Widerstand geleistet hatte.

Riesige Plaza von Tumbes

Mosaik "Zusammenstoss von 2 Welten"

Es ist Sonntag, in der Hitze des Nachmittages ist die Plaza fast leer. Doch gegen Abend aendert sich dies in enormem Ausmass. Die ganze Stadt scheint sich auf der Plaza zu tummeln, Kinder spielen, Menschenmassen spazieren rund um die Plaza und alle Baenke oder sonstigen Sitzgelegenheiten sind besetzt. Und dann rennen ploetzlich alle Jungen in eine Richtung. Haeh? Was ist denn da los? Seltsam. Wir finden aber den Grund fuer dieses Verhalten nie heraus.

Am Morgen erkundigen wir uns in der Touri-Info, was man fuer Ausfluege machen kann. Weiter im Norden, an der Grenze zu Ecuador, gibt es die Manglares. Ein Naturschutzgebiet aus Mangrovensuempfen. Ausserdem kann man von Puerto Pizarro aus Ausfluege in die amazonasaehnlichen Flussarme machen. Doch die Boottrips sind teuer. Wir denken beide, dass wir einfach nach Puerto Pizarro fahren und uns dort en wenig umschauen. Vorher erkundige ich mich noch nach Bussen nach Quito. Von hier aus gibts Busse nach Guayaquil, von da aus Busse nach Quito. Morgen werde ich wieder nach Noreden fahren. Nun ist mein Weg etwas kuerzer, denn ich befinde mich ja schon fast an der Grenze. Dann fahren wir nach Puerto Pizarro, wo wir gleich wieder von Bootstourenanbietern bestuermt werden. Wir wimmeln alle ab und laufen etwas umher. Puerto Pizarro ist Ausgangspunkt fuer die Bootstouren, aber auch Fischerhafen.

Fischerboote in Puerto Pizarro

Dann geths wieder zurueck nach Tumbes. Abends erhalte ich ein SMS von Monika. Sie schreibt, dass sich ihre/unsere Weiterfahrt verzoegern wuerde. ???. Ich frage nach, was los ist. Santiago haette sie fuer einen Wettkampf Anfang Maerz rekrutiert. Und habe ich richtig gelesen, Anfang Maerz? Wir haben gerade mal gute Mitte Januar… Das waere in knappen 2 Monaten. Wir machen ab, dass ich sie am naechsten Morgen anrufen werde. Die ganze Sache braucht wohl noch etwas Erklaerungsbedarf.

Und so rufe ich am naechsten Morgen an. Da ist eben dieser Wettkampf und die Dame des Teams ist nun schwanger und kann nicht mehr teilnehmen. Monika soll einspringen. Aber sie sagt mir, dass sie noch nicht zugesagt hat, weil sie vorher noch mit mir sprechen wollte. Das ist nett. Ich frage noch, ob sie es denn verkraften wuerde, wenn sie nicht daran teilnehmen koennte. Ja, das waere auch kein Problem. Ich bin gerade etwas ueberfordert und kann nicht von der einen auf die andere Minute Antwort geben. Da brauche ich etweas mehr Bedenkzeit. 2 Monate sind eine lange Zeit. Aber ich werde nicht den Bus nach Guayaquil nehmen, sondern mit Victor zurueck nach Piura fahren. Und so sitzen wir den Rest des Tages wieder in Van und Bus. Und ich ueberlege die Ganze Zeit, was ich allenfalls tun koennte. Mit Victor nach Huaraz fahren? Nein, zu weit und zudem sollte er ja arbeiten. Und in Huaraz herumhaengen muss ich auch nicht. Eine Sprachschule? Ist teuer. Galapagos? Ja, aber das waeren gerade mal 2 Wochen. Arbeiten? Ja, aber dann vorzugsweise bezahlt. Und irgend einen Scheiss will ich ja auch nicht machen. Schwierig. Alleine witerfahren? Ja, wuerde ich eigentlich sofort machen, wenn ich klein und braunharig waere. Aber ich habe eben wieder gemerkt, als ich alleine unterwegs war, ich bekomme viel zu viel maennliche Aufmerksamkeit. Bin ich naemlich alleine, werde ich ganz klar als Frau wahrgenommen… Das ist mir etwas zu riskant. Heimfliegen? Eigentlich wuerde ich ja schon noch gerne ein bisschen weiter hoch. Ich habs ja wirklich versucht, aber ich komme einfach auf keinen gruenen Zweig. Daher mein Vorzug dem geplanten Weiterreisen. Das teile ich Moni mal per SMS mit und dass ich am naechsten Tag den Bus nach Loja – Quito nehmen werde. Dann koennen wir die Sache ja nochmals besprechen. Ich und Victor geniessenden letzten Abend in der Waerme und umrunden die Plaza von Piura etwa 20 Mal.

Gegen 9 Uhr laufen wir zum Terminal von Loja Internacional. Nun heisst es Abschied nehmen. Tja. Ich glaube, Victor steht nicht auf Abschiede, wir machens kurz. Einfacher. Dann sitze ich wieder 8 Stunden im Bus nach Loja. Es geht rauf und wird langsam kuehl. Nach 1 Woche in kurzen Hosen und T-Shirt muss ich nun wieder lange Hosen und Jacke anziehen. Auch ein gutes Gefuehl. In Loja mache ich 1 Stunde Pause, dann gehts weiter im engen Nachtbus nach Quito. Dann nochmals 3 Stunden nach Tumbaco. Im morgendlichen Stossverkehr. In der Casa dreht sich schon wieder alles nur um Moni. So wie sie das mag. Immer im Mittelpunkt stehen. Dann Mountainbiketraining. Ich fahre mit, weil Santiago meinen Kurbelsatz auseinander genommen und gereinigt hatte. Fuer mich eine Testfahrt. Und ich kenne Monika ja mittlerweile gut genug. Darum ueberrascht es mich nicht gross, als sie mir nachher mitteilt, dass sie sich entschieden hat, zu bleiben. Kann ich ja verstehen. Ist sicher eine einmalige Chance. Und ich musste mir ja auch schon Auszeiten nehmen. Aber wieso dann vorher das ganze Gerede von wegen ist noch nichts entschieden? Das macht mich echt stinksauer. Da ist meine gerade wieder gewonnene gute Laune gerade wieder am Arsch. Ich glaube, ich muss dann mal weg.

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