San Felipe – Tijuana, ein letztes bisschen Lateinamerika

16.01. – 29.01.2012. 382 km. Nach San Felipe gilt es nochmals ein paar Berge zu überqueren, bis wir schliesslich wieder am Pazifik, in Ensenada, landen. Dort verbringen wir ein paar Tage in der Casa del Ciclista, bevor wir die letzten Kilometer nach Tijuana in Angriff nehmen. Und dort endet nun wohl der Abschnitt Lateinamerika. 

Route: San Felipe – El Chinero – San Matías – Valle de la Trinidad* – Ojos Negros – Ensenada* – Rosarito – Tijuana*

16.01.2012. Heute heisst es also wieder ernst. Nach 4 gemütlichen Tagen mit kulinarischem Müssiggang. Als wir um 6 Uhr aufstehen, geistet Mark über uns auch schon umher. Ich gehe mal in die Küche, werde gleich von drei Hunden freudig angefallen, und mache Kaffee. So eine Kaffeemaschine ist schon Gold wert. Der Kaffee ist gerade durch, als Mark reinschaut. Er will uns Frühstück machen. Migas. Eier mit Tortillastücken. Hört sich viel besser an als Granola. So setzten wir uns etwas später an seien Openair-Theke zu Migas, Kaffee und Orangensaft. Gutes Frühstück. Und jetzt wieder ins Bett? Nein, gegen 8.30 Uhr sind wir startklar. Mark begleitet uns noch eine Weile per Bike. Ich verabschiede mich von den drei Hunden. Chloe werde ich vermissen. Dann fahren wir zu dritt los. Heute ist der Himmel strahlend blau, nach zwei grauen Tage inklusive Regen. Auf der Mex 5 geht’s raus aus San Felipe, dann flach und geradeaus weiter. Hier hat die Strasse nun einen breiten Seitentreifen. Es hat wenig Wind, und der kommt von hinten. Nach guten 20 km verabschiedet sich Mark. Meetings rufen. Wir düsen weiter, kommen gut voran. Obwohl der Wind nun mal von links, mal von rechts und dann wieder von vorn kommt. Ich überfahre meinen Kilometer 20’000.

20'000 km, eigentlich gar nicht so viel...

Nach gut 50 km erreichen wir gegen 11.30 Uhr den Militärposten bie El Chinero. Der eine Militär will in meine Hintertasche schauen. Gut. Ich moniere ab, er fingert ein wenig in der Tasche rum, ich moniere wieder auf. Netterweise füllt mir der Militär auch noch den 4-Liter-Ortliebsack mit Wasser. Gemäss dem gleichen Militär sind es 20 km bis San Matías. Ich glaube wohl eher nicht… Wir biegen nun nach links auf die Mex 3 in Richtung Ensenada ab. Wir haben leichten Rückenwind, doch bald kehrt der Wind zu starkem Gegenwind. Schon saufies, Zack berichtete hier von Gegenwind für ihn. Tja, wen überrascht’s? Wind. Macht was er will. Die Strasse steigt leicht an und mit dem Gegenwind kommen wir nicht mehr so schnell voran. Windgeschützt machen wir Mittagspause. Mit edlem Futter. Tortillas mit Resten des gestern gekochten Linsencurrys und zum Desert gibt’s einen Brownie. Und Marks Brownies sind einfach fantastisch! Nicht übel. Dann geht der Kampf gegen den Wind weiter. Immer noch leicht aufwärts. Und plötzlich höre ich ein „Hello Ladies“ neben mir. Mark, wer sonst. Es scheint ihm wirklich langweilig zu sein. Er bringt uns Wasser. Nett. Und er fährt mal weiter, um die Lage zu erkunden, kommt wieder zurück. Wir füllen Wasser auf, dann fährt Mark nochmals vor. Er will uns das restliche Wasser deponieren. Als er wiederkommt, hat er uns einen perfekten Campplatz gefunden. In einer Grube. Dort wartet auch das Wasser. Super. Wir verabschieden uns nochmals und nun lässt er seine Vöglein fliegen. Vielen Dank für alles, Mark! So übel sind die Texaner nicht. Einige zumindest. Wir fahren zur beschrieben Grube. Ein guter Platz. Wir entfernen Stacheln und einen Scheisshaufen. Gruben dienen halt immer als Klos. Aber es ist nicht schlimm hier. Dann stellen wir das Zelt auf.

Häschen in der Grube

Und obwohl wir ein einer Grube hocken, rüttelt der Wind gnadenlos am Zelt. Und zwar noch lange nach Dunkelheistseinbruch. Sausiech. Kalter Sausiech.

17.01.2012. Die Nacht in der Grube ist kalt. Ich friere leicht, trotz Kleidervollmontur. So ist aufstehen um 5 Uhr wie immer etwas andauernd und wir erst gegen 7.20 Uhr auf der Strasse. Nun wärmt die Sonne leicht und siehe da, der Wind kommt leicht von hinten. Es geht noch eine Weile rauf, dann folgt eine längere, sanfte Abfahrt. Danach geht es wieder leicht rauf. Wir passieren einen Ejido mit 2 Bretterbuden. Bei der zweiten hat es ein Schild „A Y Soda fria“. Ob es auch heissen Kaffee gibt? Ich frage den anwesenden Señor. Er überlegt kurz, dann meint er“ ja“. So sind doch die Mexikaner. Immer flexibel. Bald stehen zwei dampfende Tassen bereit. Frisch auf dem Holofen gebraut. Ein guter Kaffee. Danach beginnt eine lange Steigung. Mit Rückenwind kommen wir gut voran. Die Strasse führt vorbei an Steinbergen, Kakteen und Büschen in den verschiedensten Grüntönen. Und es hat fast keinen Verkehr. Stehe ich still, höre ich nur Bienengesumme und Vogelzwitschern. Nicht mal der Wind ist hörbar. Richtig entspannend. Am höchsten Punkt befindet sich das Dorf San Matías. Wir fragen, ob es im nächsten Dorf Valle de la Trinidad auch eine Tienda gibt. Gibt es und das Dorf folge in 20 km. Das stimmt für einmal auch mit der Karte überein. Wir fahren nun in ein Hochtal, es geht flach und teilweise leicht runter weiter. Wir sausen durch die Gegend. Die wird immer grüner. Felder, Wiesen, Gras, Bäume. Eine total schräge Ansicht. Das ist so überhaupt nicht mehr Baja California. Sieht eher aus wie die Schweiz.

Es wird grüner und grüner

Wie immer dreht der Wind gegen Mittag die Richtung. Scheint hier das Windmuster zu sein. Am Vormittag leichter Wind aus Osten, am Nachmittag stärkerer Wind aus Westen. Gegen 13 Uhr erreichen wir Valle de la Trinidad. Zeit für Eier. Aber das Restaurant ist zu. Es folgt das Minihotel „Bellavista“. Ich frage mal nach dem Preis. Wenn die Nacht wieder so kalt wird, eine Option. Zudem kommen wir nach der Mittagspause nicht mehr allzu weit. Das Zimmer kostet 250 Pesos, wir bleiben. Wir haben ja in der letzten Zeit wenig Geld ausgegeben. Dafür streichen wir Eier und geniessen  Sonne und unsere Tortillas. Dann bleibt Zeit für eine kleine Siesta. Cool. Später wollen wir unter die heisse Dusche. Doch da kommt nur laukaltes Wasser. Der Señor checkt den Boiler, der funktioniert. Dann will er mal sehen und verschwindet. Ohne wieder aufzutauschen. Ich suche ihn, finde ihn in seinem Auto. Ganz schuldig blickt er drein, denn er hat keine Ahnung, was zu tun ist. Immerhin hadle ich einen 50 Pesos Rabatt aus. Später findet der Señor raus, dass ein kürzlich hier gewesener Handwerker die Wasseranschlüsse falsch angeschlossen hat. Nun, wir duschen heute kalt. Und fragen später nach einer weiteren Wolldecke. Der Señor wundert sich langsam über uns, denn er meint, es werde in der Nacht nicht kalt… Nun, mit Leintuch, drei Wolldecken und einem fetten Bettüberwurf ist mir gerade warm genug.

18.01.2012. Wenigstens müssen wir im Hotelzimmer nicht so früh aufstehen. Aber auch um 6 Uhr ist es noch saukalt. Draussen noch kälter. Immerhin scheint bei Abfahrt um 7.15 Uhr die Sonne. Ein bisschen Wärme. Der nächste Wärmeschub kommt von der folgenden, längeren Steigung. Es wird bergiger, danach fahren wir in ein nächstes Hochtal runter. Auch hier alles grün. Am Strassenrand nun einige Häuser. Bei einem namenlosen Ejido eine geschlossene Loncheria. Kein Kaffee. Schade. Dann eine Agavenplantage, aber kein Restaurant.

Hier oben wird produziert

Wir machen Pause. Tja, und wie das so ist, 2 km später folgt das Dorf Héroes de la Independencia, mit offenem Restaurant. Wir trinken trotzdem noch eien Kaffee und ich tanke Kochwasser auf. Dann geht’s rauf und runter weiter druch das Tal. Es folgt nochmals eine bergige Steigung, danach geht’s durch die gleiche grüne Steinlandschaft lange sanft runter. Eine coole Bajada. Im Talgrund wieder alles grün mit Feldern. Das sieht einfach so surreal aus. Bei Km 37 der Mx 3 folgt der Abzweig nach Ojos Negros, gleich danach ein Militärposten. Die Jungs lassen uns bald durch. Jetzt schon im Blickfeld eine Pemex. Dort dürfen wir auch unser Zelt aufschlagen. Scheint, dass unser Klogrubencamp das letzte Wildcamp auf der Baja war. Nicht gerade ein krönender Abschluss. Und nun geniessen wir also eines unserer letzten Pemex-Camps. Die Zeit in Mexiko naht langsam aber sicher dem Ende… Tja, das passt wohl auch dem Reissverschluss des Innenzeltes nicht. Er will nicht zugehgen. Nach 15 Minuten rumwürgen und mit Hilfe von ein paar Sicherheistsnadeln ist das Loch dann doch mehr oder weniger zu. Nun, in den Staaten kann ich en neues Innenzelt in Empfang nehmen. Hillebeg ersetzt mir dieses zu einem supergünstigen Preis. Aber bis dahin sind Nerven gefragt.

19.01.2012. Und es wird wieder saukalt in der Nacht. Ich friere die ganze Nacht durch. Äusserst unangenehm. Ich vergrabe meine Hände so tief , dass ich um 6 Uhr nicht einmal den Wecker der Uhr höre. Na ja, um 6.20 Uhr schäle ich mich auch so in die Kälte. 4 Grad im Zelt. Nicht warm. Im Bidon am Rad draussen dickes Eis. Aber der Vorteil von etwas späterem Aufstehen ist, dass die Sonne bald etwas zu wÄrmen beginnt. Dazu gibt’s im Tankstellenshop einen heissen Kaffee und eine frische Tortilla. Dann beginnt der Radlertag mit einer kurzen Steigung,. Danach geht’s nochmals lange runter, bevor eine lange Steigung folgt. Die Landschaft altbekannt, es könnte sich hier auch um einen Schweizer Pass handeln. Nun, schaut man genauer hin, sieht man natürlich andere Pflanzen. Oder hat jemand schon mal einen Kakatus auf dem Julier gesehen? Dann beginnt die lange Abfahrt in Richtung Ensenada. Und schon von weit oben sieht man den Smog der Grossstadt.

Netter Ausblick

Und da wollen wir wirklich runter? Scheint so. Der Verkehr nimmt rapide zu, dann befinden wir uns auch schon im Grossstadtgetümmel. Wir sind zurück in der Zivilisation. Oxxo, Mc Donalds, Subway und Shopping Malls en masse. Auf der Hauptachse der Stadt müssen wir nun noch 10 km nach Süden fahren. Die Casa del Ciclist von Geradro liegt weit ausserhalb. Gerardo wohnt nicht hier, aber die Señora Delia empfängt uns freundlich und zeigt uns das Haus. Ein herzlicher Empfang. Die Casa del Cilcista in Ensenada ist dem brasilianischen Ciclista Valdo gewidmet. Der ältere Herr war mit seinem Liegevelo für den Frieden auf Weltumrundung. Leider ist er in Chapala einem Herzinfarkt erlegen. Aber sein Traum war es, einmal eine Casa de Ciclistas in Brasilien zu haben. Gerardo hat diesen Traum nun wahrgemacht, in Ensenada.

Valdos Place

Für uns gibt es nun erstmal Mittagessen, Mikrowelleneier und Tortillas, dann wage ich mich unter die kalte Dusche. Brrr. Sonst ist die Casa ideal gelegen, Internet und grosser Supermercado gleich um die Ecke. Wie auch diverse Tacostände. Bei einem gibt’s abends als Grossstadteinstand 4 Tacos. Gut!

20. – 21.01.2012. Rein jahreszeitentechnisch haben wir keine Eile in die Staaten zu kommen. Da oben herrscht tiefster Winter. Daher bleiben wir auch in Ensenada 2 Tage. In dem Aussenquartier hat es auch eine Estetica nach der anderen. Wir leisten uns beide einen letzen billigen Haarschnitt. 50 Pesos je.  Zudem müssen wir uns langsam um eine Bleibe in San Diego kümmern, denn die Staaten nähern sich langsam definitv. Das Wetter macht die Weiterreise auch nicht dringend, denn es regnet doch tatsächlich den ganzen Samstag.

22.01.2012. Der Wetterbericht hat anscheinend auch für heute Sonntag Regen gemeldet. Doch um 6 Uhr ist der Himmel klar. Gegen 7.40 Uhr verabschieden wir uns von Señora Delia. Diese meint, dass die Strecke nach Rosarito flach sei. Zudem merkt sie an, dass wir mit den Rädern nicht auf die Cuota dürfen. Mal sehen. Wir fahren wieder in Richtung Stadtzentrum, dann geht’s auf dem Boulevard entlang des Meeres Raus aus der Stadt. Sonntag Morgen, fast kein Verkehr. Tiptop. Heute wollen wir den letzten Oxxo nicht verpassen. Da ist einer, 500 Meter weiter vorne sehe ich noch einen. Dort holen wir uns einen wie immer total übersüssten Pausencappuchino. Solchen Luxus müssen wir uns noch leisten, solange wir können. Langsam zieht eine Wolkendecke über den Himmel. Es wird kühl. Wir fahren weiter, dies war tatsächlich der letzte Oxxo. Sehr gut. Es folgt die Abzweigung Tijuana Cuota oder Libre. Wir wollen es mit der Cuota versuchen. Obwohl nicht nur Señora Delia meinte, dass sie uns da nicht rauflassen, sondern auch andere Ciclistas. Sogar im Footprint steht es. Wir fahren in die Caseta, gleich kommt einer angerannt. Wir dürften hier nicht durch. Wir insistieren, meinen, bis anhin wäre das immer möglich gewesen, sogar die Polizei hätte uns die Cuota aus Sicherheitsgründen empfohlen. Nein, hier nicht. Ein zweiter Security bestätigt dies. Reglen der Caseta. Wir müssen zurück auf die Libre. Und da geht’s gleich mal den Berg hoch. Das dämpft meine Motivation etwas, hatte ich mir doch einen Tag auf flacher Strasse ausgemalt. Lange geht’s hoch, dann ziemlich bergig weiter. Die Wolkendecke wird auch immer dichter. Es wird doch wohl nicht regnen? Wir passieren einen Militärposten, sie lassen uns einfach durch. Nun geht’s runter nach La Misión. Ein warmes Mittagessen wäre in dieser Kälte schon schön. Für 40 Pesos gibt’s Eier, dazu einen warmen Tee. Und die selbstgemachten Maistortillas sind echt hammermässig gut. Die Señora bringt auch ständig frischen und heissen Nachschub. Auch Bohnen gibt’s noch mehr. „Paolas“ ist echt zu empfehlen. Danach geht’s wieder hoch, wir kreuzen die Cuota und die Strasse führt runter an die Küste. Der Gegenwind wird stärker. War zu erwarten. Aber er ist nicht allzu stark. Auch hier geht es hügleig weiter, vorbei an Luxusstrandvillen und ganzen Wohnanlagen. Viele Häuser stehen leer oder zum Verkauf.

Küstenstrasse nach Rosarito

Wir passieren Primo Tapia, Cantamar und Puerto Nuevo. Es fehlen noch 12 km bis Rosarito, als gegen 15.30 Uhr rechts das Hotel Economico El Bosque auftaucht. Wir erkundigen uns mal nach dem Preis. 250 Pesos für ein Doppelbett. Und eine Dusche mit Agua caliante caliente. Wir schaffen es morgen sowieso nach Tijuana, bleiben wir doch hier. Auch die Hotels müssen wir uns noch solange leisten wie wir können. Damit ist bald Schluss. Ja, irgendwie kommen die Staaten mental wirklich näher. Wir wollen hier diverses noch ein letztes Mal tun. Mit der Cuota hat’s nicht geklappt, aber die heisse Dusche ist heute phänomenal.

23.01.2012. Gegen 7.20 Uhr sind wir wieder auf der Strasse. Der Himmel ist bewölkt, die Wolken lichten sich aber langsam. Wir fahren weiter  vorbei an Luxusvillen und Riesencondos. Vieles steht auch hier zum Verkauf. Nach ca. 12 km folgt Rosarito. Wir fahren durch die ganze Stadt hindurch, der Himmel vor uns wird nun immer grauer. Eine triste Ansicht. Es geht auf die Libre nach Tijuana, es folgen noch ein paar Oxxos. Nun tröpfelt es leicht. Ja, und schon heisst es: Bienvenidos a Tijuana. Der Willkommensgruss: ein heftiger Regenschauer. Vielen Dank .

Ein nasses Willkommen

Zum Schluss doch auch mal ein Bild dieser Institution: Oxxo

Schnell fahren wir auf der anderen Strassenseite zum letzten Oxxo zurück. Es ist sowieso Pausenzeit. Der Regen hört auf, doch gerade als wir wieder loswollen, tröpfelt es wieder. Ok, was soll’s. So geht es weiter, mal ein paar Tropfen, dann ist es wieder trocken. Die Strasse steigt bald an und nun hat es ziemlich viel Verkehr auf unseren zwei Spuren. Und keinen Seitenstreifen. Wir erklimmen einen Hügel, dann beginnt die Abfahrt ins berühmt berüchtigte Tijuana.

Die Sicht des Mexikaners vom Mexikaner

Wir fahren in die Stadt, Richtung Centro. Eine ganz normale Stadt. Ein Polizist auf einem Motorrad überholt uns, hupt und gibt ein Daumen-rauf-Zeichen. Alles klar. Und noch keine Schiesserei. In der Avenida Revolución beginnen wir mit der Hotelsuche. Diese treibt uns weiter, wir stellen die Bikes vor Mario’s Estetica ab. Monika schaut sich die umliegenden Hotels an. Ich bin bald von Mario und seiner ganzen neugierigen Crew umzingelt. Wir kommen ins Gespräch. Mario ist sehr begeistert von unserem Tun und bietet mir an, reinzukommen, auf einen Kaffee. Danke. Mas tarde. Wir quartieren uns nebenan im Hotel El Prado ein, bringen das Gepäck und die Bikes ins Zimmer. Dann gehen wir auf einen Kaffeee zu Mario’s. Alle sind extrem nett. Wir trinken Kaffee, dann bestellt uns Mario Mittagessen. Pollo en Mole. Zu guter letzt also doch noch eine mexikanische Spezialität. Mole. Eine Salsa aus Schockolade und verschiedenen Chillies, aber nicht picante. Sehr lecker. Bezahlen dürfen wir das Ganze nicht, Mario lädt uns ein. Wow!  Mittlerweile begutachtet Sandra Monikas Haare. Obwohl gerade in Ensenada geschnitten, sind diese immer noch malträtiert. Die Coiffoise in Ensenada hatte einfach genau so geschnitten, wie Monika es gewünscht hatte, nada mas. Nun geht Sandra ran. Monis Haare fliegen in Massen. Schlussendlich sind sie um einiges kürzer und kerngesund. Meine werden auch noch nachgestutzt. Für die Haarschnitte gibt’s einen Spezialpreis. Echt supernett. Und was für ein Empfang in Tijuana und ein gebührender Beginn des Abschiedes von Lateinamerika.

24.01. – 29.01.2012. Tijuana. Eine ganz normale, mexikanische Stadt. Nicht gefährlich , oder nicht gefährlicher als jede andere auch. Die meisten Leute machen sich ja nicht gerade das beste Bild von Tijuana. Klar, die Drogen, die die Amerikaner in Massen konsumieren, finden ihren Weg immer noch hier über die Grenze, unter anderem. Aber wenn’s mal knallt, dann unter den Drogengangs. Viel Geld im Spiel. Und wenn ein ehemals bestechlicher Polizeichef auf einmal nicht mehr bestechlich ist, dann rollt schon mal ein Kopf. Gemäss Berichten von Mario. Sonst herrscht in Tijuana eher Flaute. Günstige Zahnärzte soll es hier noch geben, dazu kommen die Amies rüber. Früher einmal hatte Tijuana eine florierende Wirtschaft, ein Grossteil einer Freihandelszone mit den USA zu verdanken. Doch nach 9/11 bekamen die Amies die totale Panik, ihre eigene Wirtschaft ging den Bach rutner. Und man kann ja nicht einfach so dem Nachbarn zuschauen, dem es nach wie vor bestens geht. Also schoben die Amies dem Ferihandel einen Riegel vor. Auch z.B. Laster mit Gemüse etc. dürfen nur noch 25 km über die Grenze fahren, dort muss auf amerikansiche Laster umgeladen werden. Zudem lassen die Amerikaner die Mexikaner nicht mehr in den internationalen Gewässern nach Thun fischen. Für Amerikaner galt und gilt das Verbot nicht. Für Mexikaner weiterhin. Interessant. So bekommt das Bild der Amies gerade wieder einen Knacks. Und die Stadt Tijuana leidet weiter vor sich hin, der Drogenkrieg zwingt sie zusätzlich weiter in die Knie. Aber wie gesagt, von dem sieht man nichts. Man hört es höchstens in den internationalen Medien. Und macht sich ein falsches Bild davon. Schade.

Wahrzeichen der Avenida Revolución

Wir haben hier noch einiges zu tun. Natürlich uns von Lateinamerika zu verabschieden. Aber wie ich gerade festegestellt habe, bleiben überhaupt icht mehr so viele Pesos übrig. Dann wollen wir uns hier wieder einmal etwas anschauen. Im Centro Cultural gibt es ein interessante Ausstellung über die Baja. Dann, klar, Blog und Mails schreiben, letzte Souvenirs kaufen und ein letztes Paket aus Mexiko verschicken. Und sicher noch einmal einen Kaffee mit Mario und Crew trinken. Tja. Der Abschied naht…

Ein Gedanke zu “San Felipe – Tijuana, ein letztes bisschen Lateinamerika

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