Sajama – Sabaya; Waschbrett, Sand und viel heisses Wasser

10. – 15.01.2015. 273 km. 2’382 Höhenmeter. Nach Sajama fahre ich bald über die chilenische Grenze. Dort erwartet mich ein Hagelsturm und Schnee. Und viel Waschbrett, Sand und Wind. Aber nicht nur das, auf dieser Strecke hat es auch ein paar ganz schöne Thermen, die mir so manches heisses Bad bescheren.

Route: Sajama – Tambo Quemado – Chungara – Guallatire – Chibaya – Termas Polloquere – Esquelga – Colchane – Sabaya

10.01.2015. So typisch ist das mit dem schönen Wetter am Morgen wohl auch nicht, wie man in Sajama behauptet hatte. Heute ist der Himmel grau, die Wolken hängen sehr tief und die Sonne ist nicht zu sehen. Beim Fussballfeld in der Nähe der Kirche nehme ich wieder den Weg, den ich gekommen bin. Heute gibt’s kein Vulkane zu sehen, dafür komme ich zügiger vorwärts. Bei der ersten Verzweigung fahre ich links, von dort bin ich gekommen. Die rechte Piste sieht befahrener aus, doch dort muss man bald einen grösseren Fluss durchqueren. Das spare ich mir, ich überquere den kleinen Fluss und jetzt weiss ich auch, wo die Brücke ist. Nach ca. 12 km erreiche ich wieder die Hauptstrasse. Mit all den Trucks und Gegenwind fahre ich die 9 km hoch nach Tambo Quemado. Der Name passt gut zu dem absolut hässlichen Ort, dem letzen Stopp der ganzen Trucks vor der Grenze zu Chile. Wie meiner auch. Auf der chilenischen Seite hat es keine Tiendas, darum decke ich mich hier mit Futter für 6 Tage ein. Natürlich mindestens. Aber Brot gibt es hier nicht. Nach einigem Suchen kaufe ich schliesslich einem Señor die letzten 12 Brötchen ab. Ich dachte, besser hier kaufen als in Sajama. Das war ein Fehler, denn in Sajama hatte es überall Brot. Na ja. Dazu kommen 5 Bananen, 8 Tomaten, Pasta, Kekse. Mit wohl etwa 4 zusätzlichen Kilos geht’s weiter den Berg hoch. Nun steigt die Strasse ziemlich steil an, ich merke mein Übergewicht. Sehr anstrengend. Immerhin nun mit etwas Rückenwind. Der Wind macht was er will hier. Nach ca. 6 weiteren Kilometern erreiche ich den Paso Chungara auf 4’686 m. Die zwei Vulkane verstecken sich leider in den Wolken. Hier oben wird gerade an einem riesigen Grenzcentro gebaut, überall staubt es.

Es folgt die kurze Abfahrt nach Chungara, vor dem Grenzposten der Abzweig nach Guallatire. Dort will ich hin. Bei der Laguna esse ich zu Mittag, dann verstecke ich Bananen, Tomaten, Milchpulver und einige andere Dinge bei dem nahen, verlassenen Haus. Ayyyy, das darf man nämlich nicht nach Chile einführen. Strengstes verboten! Von allen Seiten grollt der Donner, als ich meinen Bolivien-Exit-Stempel erhalte. Dann zur chilenischen Migration auf der anderen Strassenseite. Schnell habe ich den Einreisestempel im Pass, nun muss noch das ganze Gepäck geröntgt werden. Alles klar, ich lade wieder auf. Genau jetzt beginnt’s heftigst zu hageln, Blitze zucken und laute Donner knallen genau über dem Dach. Wie schön ist es hier drinnen. Ich warte ab. Eine ganze Weile. Dann lässt der Hagel nach und bei leichtem Schneefall fahre ich weiter. Wieder zurück zum Abzweig, auf die Schotterstrasse und die illegalen Sachen aufladen. Das Fortkommen auf der nun nassen Sandpiste ist zäh. Zudem geht’s auf einen Pass hoch. Uhhh, anstrengend. Hier oben soll man Kondore sehen können, ich sehe nur, wie das Schneegestöber immer dichter wird. Dann bin ich oben, es folgt die holprige Abfahrt in menschenleere Hügelpampa. Und nach ca. 10 km Sandpiste, ha, das Hüttchen. Die Termas Chiringualla. Ich inspiziere die Hütte. Hier kann man schlafen. Perfekt!

Hmmm, was ist den mit dem Bad los? Sozusagen kein Wasser drin. Die Pet-Flasche, die im Abfluss steckt, ist nicht sehr dicht. Ich finde eine Socke, mit der am Hals geht’s besser und langsam füllt sich meine Badewanne. Das Wasser ist sehr heiss und tut guuuuuut! Bald ist die Wanne voll, so dass ich draussen den Zufluss absperre. So wird das Wasser etwas kühler. Ich bereite mein Nachtessen zu und danach geht’s nochmals in die Wanne. Herrlich! Ich hoffe, dass es nachts nicht regnet, denn das Dach sieht nicht ganz dicht aus. Regnen tut es nicht, aber gegen 23 Uhr höre ich ein komisches Geräusch. Zuerst vereinzelt, dann immer öfters. Was ist das? Ich leuchte herum, dann ist es klar. Es tropft von der Decke, Kondenswasser. Zum Glück hatte ich wegen dem Staub, den der Wind reingeblasen hatte, die Regenjacke über den Schlafsack gelegt. Denn genau dorthin tropft es nun. Am Kopfende verfehlen mich die Tropfen um ca. 15 cm. Das geht. So versuche ich zu schlafen. Nicht so einfach.

11.01.2015. Gegen 7 Uhr schäle ich mich aus dem Schlafsack. Draussen ein wunderschöner Tag. Aber es ist saukalt. Ich breite langsam das Frühstück zu, als ich Besuch bekomme. Ein Campesino mit Sturmmaske. Die nimmt er während des ganzen Gesprächs nie ab. Es würden viele Ciclistas hier übernachten, meint er. Zudem hätte er seit gestern Magenschmerzen und keine Kraft. Ob ich nicht was hätte. Ich gebe ihm ein paar Panadol, die seien gegen Kopfschmerzen. Ahhh, die hätte er auch. So zieht er lächelnd auf einem Trampelpfad von dannen. Ich gönne mir noch ein Bad. Frühstück in der Wanne. Das nennt man Luxus! Dieses Bad halte ich kurz und bald bin ich auf der Strasse. Hügelig führt der Weg durch die Pampa, mit Blick auf ein paar schöne Vulkankegel.

Nach 11 km erreiche ich eine grössere Strasse. Diese führt vom Salar de Surire nach Putre und Arica. Auch diese ist holprig, viel Waschbrett und Sand. Zudem hat sie extrem viel Truckverkehr. Diese transportieren Borax vom Salar nach Arica, wo der Stoff verarbeitet wird. So werde ich gut eingestaubt und nur etwa einer von 20 Fahrern drosselt das Tempo ein bisschen runter. Nett! Dann kommt auch noch heftiger Gegenwind auf. Ich kämpfe gegen den Wind und die Staubwolken. Diverse Fluchtiraden steigen gegen den Himmel und in die Kabinen der Fahrer, wo sie leider nicht gehört werden. Nach 21 weiteren Kilometern erreiche ich gegen Mittag Guallatire. Ziemlich ausgestorben das Kaff.

Bei der Kirche esse ich windgeschützt zu Mittag, während sich der Himmel in Fahrtrichtung langsam ins Schwarze färbt. Hier gibt es eine Hospedaje, doch ich habe keinen einzigen chilenischen Peso in der Tasche. Denn mein Plan ist, keinen zu brauchen… Ich warte etwas ab, frage einen entgegenkommenden Chauffeur nach der Wetterlage. Gut, nur etwas Wasser… Na dann, ich fahre weiter, es geht mit Gegenwind runter und bald kommt das Wasser. Es beginnt zu regnen. Nach einem kurzen Anstieg kommt mir ein Wagen der Carabineros entgegen. Sie fragen, ob alles in Ordnung sei. Klar, nur etwas nass, windig und staubig. Sie würden bald wieder kommen und könnten mich mitnehmen. Ein Angebot. Ich fahre weiter durch sandiges Waschbrett, dem Wind entgegen. Ich komme nur langsam voran. Bald erreiche ich den Rio Lauca. Es ist schön hier! Wie eine Oase zieht sich das Grün dem Fluss entlang. Ein paar Nandus rennen über die Strasse. Ich überquere den Fluss, nun geht’s hoch und hier ist die Strasse durch den Regen schon gut matschig. So schlittere ich den Berg hoch, immerhin werde ich nun von den Lastwagen nicht mehr eingestaubt. Aber fast schon eingematscht. Da kommen auch schon die Carabineros wieder. Die Matschpiste macht mich nicht besonders an, so ist mein Rad bald mit allem drum und dran auf den Pick-up geladen. So geht’s im Pick-up weiter, die Piste wird immer mieser, die Landschaft nicht spannender und bald setzt wieder Regen ein. Auch im Auto holpert es gut, plötzlich denke ich an die Lenkertasche. Die öffnet sich gerne beim Holpern. Doch schon ist es zu spät. Die Tasche ist offen, zum Glück ist nur die Sonnenbrille runtergefallen, der Rest ist noch da. Oder halt! Nein! Die Regenhandschuhe hatte ich in die Lenkertasche gepackt. Und die sind schon lange vom Winde verweht! Oh, nein! 4 Jahre hielten diese nun meine Hände trocken. Ein schöner Verlust! Na ja. Selbst schuld. Bald kommt der Salar in Sicht. Toller Anblick mit den Bergen im Hintergrund. Die Carabineros fahren mich zum Conaf-Refugio, doch da ist wie schon in den zwei Stationen zuvor niemand zu Hause. Also nehmen sie mich mit in ihre Station in Chilcaya. Dort darf ich im „Gimnasio“ mein Zelt aufstellen und dann gibt’s in der warmen Stube Kaffee und Kuchen, später Abendessen mit selbst gebackenem Brot. Wie schön! Vielen Dank! Obwohl ich den Herren ja bald gestehen muss, dass ich sie sehr schlecht verstehe. Der chilenische Akzent gleicht schon fast einer anderen Sprache…

12.01.2015. Als ich am Morgen wieder in die warme Stube trete, steht schon mein warmes Duschwasser auf dem Herd. Wie aufmerksam! Aber ich überlasse dieses gerne den Herren, ich fahre ja zu den nächsten Thermen. Es gibt Frühstück, danach packe ich und verabschiede mich von der sehr netten Truppe. Sie wollen mich nun zu den Thermen fahren, doch das lehne ich dankend ab. Der Himmel ist leicht bewölkt, doch die Sonne drückt durch. Ich fahre an der Ostseite des Salars entlang, die Piste wie gehabt sandiges Waschbrett. Im Salar tummeln sich viele Flamingos. Sehr schön! Obwohl die ganzen Lastwagen im Hintergrund ja ein komisches Bild auf das Naturmonument Salar de Surire werfen.

Nach weiterem Holpern stelle ich fest, das sich eine Wasserflasche verabschiedet hat. Nicht gut! Ich fahre zurück. Zum Glück finde ich sie schon nach 500 m. Die Piste wird immer schlechter, zudem kommt Wind auf. Gegenwind. Was sonst? Gegen das Südufer hin wird die Piste immer sandiger, teilweise muss ich schieben. Dann dreht sich die Strasse nach Norden und nach ein paar Kilometern sehe ich mein Ziel. Die Termas Polloquere. Wow! Was für ein Anblick! Wunderschön! Und niemand da. Ich habe extremen Hunger, doch zuerst stelle ich das Zelt auf, denn das Unwetter ist im nahen Anmarsch. Die Picknickecke bietet in wenig Windschutz und kaum steht meine Hütte, beginnt es zu regnen und zu stürmen. Ich verkrieche mich zum Essen ins Zelt und habe fast Angst, dass mir der Wind das Dach über dem Kopf wegreisst, so heftig zerrt er daran. Langsam zieht das Unwetter von dannen und dann wird es Zeit für eine erstes Bad. Uhhhh, das Wasser ist heiss! Mit 66 Grad Celsius kommt weiter rechts aus dem Boden. Der Boden ist schlammig und bald bin ich von winzigen Tierchen umschwärmt. Die essen sicher abgestorbene Hautschuppen, sage ich mir. Ich bade mich schrumpelig, dann gibt’s sogar noch ein paar Sonnenstrahlen. Und Besuch. Vom Schweizern! Nun, von einem Schweizer mit seiner bolivianischen Frau, den Kindern und einem Schweizer Besuch. So gibt’s zum Nachtessen nette Unterhaltung, bis es draussen zu kalt wird. Alle verziehen sich in ihre Zelte, obwohl ich noch eine ganze Weile draussen stehen bleibe, denn mittlerweile ist der Himmel klar. Wie wunderschön doch so ein Sternenhimmel ist!

 

13.01.2015. Die Nacht ist sehr kalt und am Morgen ist alles gefroren. Aber der Tag beginnt wunderbar mit Sonnenschein und blauem Himmel. Hier gönne ich mir kein Morgenbad, das Wasser ist mir zu aggressiv. Die ganze Haut riecht nach Schwefel und juckt schon, zudem hätte ich hier gestern nicht die Haare waschen sollen… Ich geniesse die surreale Morgenstimmung und an diesem magischen Ort.

Dann frühstücke ich gemütlich mit den Kollegen und dann mache ich mich langsam auf den Weg. Weiter dem Salar entlang und nach ca. 10 km Sand-Waschbrett folgt der Abzweig nach Colchane. Sand-Waschbrett bleibt erhalten, was wäre anderes zu erwarten gewesen? Die Strasse führt eine Weile flach durch die Wüste, dann folgen eine paar steile Steigungen entlang von grossen Steinen.

Nun geht’s sanft hoch, sehr lange. Sand-Waschbrett und sehr langweilig. Ich komme nur langsam voran, nun setzt auch noch Wind ein. Die Piste fordert mich. Der letzte Aufstieg zum Pass ist dann ziemlich steil, oben gibt’s nur noch Waschbrett. Ich hasse Waschbrett! Dann geht’s runter. Nun, wenn der Aufstieg mies war, wird der Abstieg nicht besser sein. So ist es. Ich komme auch runter nur langsam voran. Immerhin nun mit tollen Ausblick . Wieder in der Ebene folgt bald ein Abzweig nach rechts. Was nun folgt, ist noch das Tüpfelchen auf dem i. Obermiese Piste, Waschbrett mit wohl bis zu 25 cm tiefen Rillen, loser Kies und ein heftiger Seitenwind. Ich werde total durchgeschüttelt und kämpfe gegen den Wind. Bald verzweigt sich die Piste, manch einer hat wohl schon einen Ausweg aus dem Übel gesucht. Aber keine Alternative ist wirklich besser.

Ich komme auf der Ebene kaum voran und das Waschbrett nervt hier so sehr, dass ich ab und zu schiebe. Langsamer bin ich so wohl nicht. Es folgt ein Hügel, doch der hält den Wind nicht wirklich ab. Am Hang oben drei verlassene Hütten, doch keine gross genug für mein Zelt. Aber unten hat’s einen grossen Coral, die Windschutzoption nehme ich wahr. Nun, viel Windschutz ist es nicht, bald wirbelt mir der Sand im Zelt um die Ohren.

14.01.2015. Wieder ein schöner Morgen. Der Isluga qualmt vor sich hin und lässt es schneien. Nach 2 km treffe ich auf einen Fluss, das erste Wasser seit Chilcaya. Ich durchfahre den Fluss zweimal, wobei meine Räder als Eisbrecher dienen. Alles gefroren. Ich fülle Wasser nach, das nun wirklich knapp wurde. Zudem will ich meine Haare waschen. Die stinken seit der Wäsche in den Termas Polloquere so stark nach Schwefel, dass es unangenehm ist, zudem sind sie strohtrocken. Mit dem Kaffeebecher schöpfe ich das eiskalte Wasser aus dem Bach und leere es über meinen Kopf. Ahhhhh! Das Wasser ist so kalt, dass mir bald alles weh tut. Sogar das Gehirn, glaube ich. Shampoo, waschen, spülen. Danach fühlt sich alles viel besser an. Nun geht die Sand-Waschbrett-Holperpiste weiter. Nach einem weiteren Kilometer ein verlassenes Dorf. Hier hätte es noch besser Campmöglichkeiten gegeben. Nun wird die Landschaft noch desolater, ich durchfahre zwei weitere Geisterdörfer.

Das Waschbrett hält an, auf der Ebene komme ich kaum voran und der Wind setzt gerade erst ein. Wäre nicht das Waschbrett zur Konzentration da, würde mir von der langweiligen Landschaft her wahrscheinlich das Gesicht einschlafen. Aber so bin ich gefordert. Dann eine Kurve und zur Abwechslung fahre ich in ein grünes Flusstal mit vielen grasenden Lamas und Alpacas. Dann wieder hoch und aus dem Tal raus, nun wird die Landschaft bergiger, es hat sogar ein paar Bäume. Die Strasse wird sandiger und bald schiebe ich durch tiefen Sand. Sandig geht’s runter auf eine grüne Ebene und bald bin ich in Esquelga. Puhhh! Beim Conaf-Büro ist wieder niemand, doch ich treffe die zwei Chicos auf der Strasse. Wenn ich duschen oder kochen wolle, solle ich einfach vorbeikommen. Sehr nett. Ich will aber zu den Termas de Esquelga etwas ausserhalb. Doch schon bei der Hinfahrt holpern diverse Autos an mir vorbei, bei den Termas herrscht Halli Galli. Die Chilenen haben noch Ferien, der Pool ist voll, das Wasser trüb. Die Lust am Baden vergeht mir gleich. Ich esse mal was. Dabei setzt sich eine Schweizerin zu mir. Moni und ihr Freund Ivan hatten mich in den letzen zwei Tagen schon zweimal überholt. Ich freue mich über die Gesellschaft, doch Ivan ist der Rummel auch zuviel und die beiden fahren bald weiter. Schade! Auch mir stinkt es, im wahrsten Sinne des Wortes. Hier hat es keine Klos, die Leute pissen und scheissen überall hin und mit dem aufkommenden Wind fliegt bald dreckiges Klopapier und sonstiger Abfall durch die Luft. Auch Chilenos sind Latinos, im Pool schwimmen die Bierdosen, Sonnencreme wird direkt im Wasser aufgetragen, zudem dient der schöne Pool als Waschanlage für diverseste Dinge. Eine Porqueria. Ich fahre zurück nach Esquelga zum Conaf-Büro, die Dusche würde ich jetzt gerne nehmen. Doch da ist wieder niemand. Ich arbeite etwas an den Bremsen des Rades, dann warte ich noch eine Stunde. Nada. So fahre ich eben wieder zu dem Termas, wo ich hinter der Mauer windgeschützt mein Zelt aufstelle. Als dann die letzten Leute auch noch gegangen sind, hüpfe ich noch ganz kurz ins lauwarme Wasser. Lange halte ich es nicht aus, der Wind ist viel zu kalt und das Wasser hier nur lauwarm.

15.01.2015. Moni hatte mir gesagt, dass sie beim letzten Mal zelten hier am Morgen 5’000 Pesos bezahlt hätten. Auch heute steht bald ein Campesino vor mir und meint:“Cinco.“ „Cinco que?“, frage ich. 5’000 Pesos müsse ich bezahlen. Das sind knappe 10 Dollar? fürs Zelten in einem Scheissloch ohne Klos und ohne Wasser? Dafür bezahle ich nichts. Das sage ich dem Señor auch etwa so, zudem frage ich, warum man dann von den ganzen Besuchern der Therme nichts verlangt. Er kommt ziemlich ins Stocken und tut mir schon fast leid. Aber 5’000 Pesos sind pure Abzocke! Auch das sage ich ihm. Er schaut mir noch eine Weile zu, dann zieht er von dannen. Ich fahre auch bald weiter, wie gehabt auf sandigem Waschbrett. Es geht leicht hoch, dann sehe ich in der Ferne den Salar de Coipasa glitzern.

Ich fahre durch Isluga und nach weiteren Holperkilometern treffe ich auf die Asphaltstrasse nach Colchane. Mensch, wie das rollt! In Colchane frage ich bei der Alcaldia (man sagte mir, die wüssten am Besten Bescheid) nach dem Zustand des Salar de Coipasa und der Alternativroute nach Llipa, denn ich vermute, der Salar ist nicht mehr passierbar. Das Problem bei der Alternativroute ist ein illegaler Grenzübergang nach Bolivien. Es gäbe Möglichkeiten, aber alles seeeeehr kompliziert. Man rät mir sehr, hier über die Grenze fahren. Das tue ich dann auch. Wie immer zu einem schlechten Zeitpunkt, es ist gerade ein Bus angekommen. Na ja, so dauert das Schlange stehen etwas, aber dann habe ich schnell die beiden Stempel im Pass. Fertig. Ich fahre nach Pisiga, Essensbuden hat es viele, doch Brot bekomme ich wohl keins. Hier gibt es eine Abkürzung zum Salar, doch ich beschliesse, sowieso nach Sabaya zu fahren, um etwas mehr Infos über den Salar de Coipasa zu bekommen. Flach geht’s durch öde Pampa, mit dem gehabten Gegen- bis Seitenwind.

Dann beginnt eine längere Steigung auf 4’041 m. Dort oben esse ich mein letzen Brötchen aus Tambo Quemado mit etwas Ketchup. Was für ein Mittagessen. Nun geht’s mehr oder weniger runter nach Sabaya. Dort fahre ich zur Plaza und bei der Polizei frage ich nach dem Salar. Doch Guido hat keine Ahnung über den Zustand de Salars, doch er lässt mich ohne zu zögern in seinem Büro übernachten. Ich suche nach Infos, die Chica der Busfirma hat auch keine Ahnung. Dann sehe ich einen Truckchauffeur. Der kommt mit Salz von der Mine auf dem Salar. Dort sei der Salar schon nass und im Süden hätte es noch viel mehr Wasser. Alle raten mir, aussen rum zu fahren. Das werde ich dann wohl oder übel tun, denn ich will ja nicht im Salzmatsch verloren gehen…

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