Rosario – Mercedes, auf den Spuren von Gauchito Gil

17. – 24.07.2015. 593 km. 1’414 Höhenmeter. In Begleitung von Sonny verlasse ich Rosario. Dann folgen viele flache, meist gerade Kilometer durch die argentinische Pampa von Entre Rios und Corrientes. Nicht gerade der interessanteste Abschnitt. Bis auf die Leute, die ich auch hier kennen lernen darf. Genial! Die einzige Reisende bin ich auch nicht, ich treffe auf eine Gruppe Gauchos auf Pilgerreise: eben auf den Spuren Gauchito Gils.

Route: Rosario – Hernandez – Villa Ramirez – Viale – Villa Maria Grande – El Pingo – Bovril – Sauce de la Luna – Federal – San Jose de Feliciano – Sauce – Perrugoria – Mercedes

17.07.2015. Die Brücke und der Damm zwischen Rosario und Victoria können nicht per Fahrrad überquert werden. Verboten. Sonny aus der Zavalla-Radlergruppe hatte mir angeboten, mich nach Victoria zu fahren. Dieses nette Angebot nehme ich heute gerne in Anspruch. Um 9 Ihr will mich Sonny abholen. Doch hoppla, auch das gibt’s in Argentinien, um 8.30 Uhr klingelt’s schon an der Tür. Viel zu frühhhh….! Ich bin fast bereit, aber Sonny hat nur einen Dachträger, so dauert das Verladen meines Rades ein wenig länger. Denn der vordere Gepäckträger muss weg. Taschen laden, Wohnung abschliessen und los. Langsam geht’s zur Brücke, dann über den Viadukt. Ich bin nicht traurig, das ich hier nicht radeln darf, denn die Strasse ist gehabt schmal, kein Seitenstreifen und viel Verkehr. Gegen 10 Uhr sind wir in Victoria, dort wird das Rad wieder zusammengesetzt. Sonny will mich noch ein Stück begleiten, so radeln wir bald auf einer kleinen Schotterstrasse in Richtung Hernandez. Die Sonne scheint, der Wind bläst mir entgegen. Das Fahren ist gemütlich, kein Verkehr. Nur kann Sonny heute nicht mit 35 km/h dahinbrettern, heute muss er langsam fahren…

Gegen Mittag erreichen wir Hernandez. Nach dem Mittagessen im Parque geht’s auf Schotter weiter. Diese Strasse führt parallel zur Asphaltstrasse durch die Gegend. Wir passieren einige kleine Dörfer und um 17 Uhr erreichen wir Aranguren. Hier würde ich bestimmt was zum Übernachten finden, doch Sonny will immer noch nicht umkehren. So fahren wir noch 7 km weiter ins grössere Ramirez. Heute wird die Schlafplatzsuche zur Herausforderung, denn Sonny will nun bis morgen bleiben und hat absolut nichts dabei. Wir fahren zu den Bomberos. Dort ist Übernachten nicht möglich, aber sie organisieren gleich einen Platz im Complejo Deportivo. Ein Bombero begleitet uns dahin, dort gibt’s dann tatsächlich ein Zimmer mit Betten und für Sonny kann ich Leintücher und eine Decke organisieren. Was für ein Glück! Ich beginne gerade mein Rad abzuladen, als ich auch schon ein Mikrofon und eine Kamera vor der Nase habe. Huch! Woher sind die so schnell gekommen?

So gibt’s ein Interview für den lokalen Canal 6 bevor ich fertig abladen und mich den Rad widmen kann. Denn auf dem Bomberoparkplatz hat der Ständer aufgegeben. Diesmal ist die Verbindungsplatte total verbogen. Hmmm…? Wie gut habe ich genau heute einen Ingeniero zur Seite. Sonny klopft auf das Stück: Aluminium. Muss mit Hitze zurück gebogen werden. Ahh! Und da steht doch tatsächlich der Heizofen fürs Warmwasser daneben und ein Hammer ist schnell organisiert. Heute habe auch ich Glück! Vielen Dank Sonny! Auch für die Fotos!

18.07.2015. Tiefer Nebel hängt über Ramirez, als ich aufstehe. Der lichtet sich langsam, doch die Luft ist richtig nass. Mit Sonny fahre ich zum Stadteingang, dort trennen sich heute die Wege definitiv. Ich folge weiter dem Schottersträsschen nach Camps. Danach muss ich leider bald auf die Hauptstrasse. Eng, kein Seitenstreifen, viel Verkehr. So geht es auf der Ruta 32 weiter, auf welche ich bald einbiege. Mit nun heftigem Gegenwind ist das ziemlich anstrengend. Daher nicht so schlecht, das ich in Suipa die Strasse verpasse und ins Dorf fahre. So erfahre ich von der alten Schotterstrasse. Nicht empfehlenswert, aber genau auf dieser fahre ich weiter. Viel besser! Bald erreiche ich Viale und weiter nach Tabossi und Sosa. Langsam ziehen Wolken auf, der Wind bremst mich ab. Plötzlich höre ich am Strassenrand lautes Miauen. Ach, da sitzt ein kleines, schwarzes Kätzchen, wohl ausgesetzt worden. Was nun? Ich hole etwas altes Brot raus, lege es hin. Gierig stürzt sich das Fellknäule darauf. Selbst beim Fressen geht das Miauen weiter. Ich fahre schweren Herzens und mit zugehaltenen Ohren weiter. Nach ein paar Kilometern erreiche ich Villa Maria Grande. Ich fahre zu den Bomberos. Ja, aber man muss den Chef anrufen. Der kommt bald, muss aber den Präsidenten anrufen. Bei Mate und Gesprächen vergeht die Zeit, bis das „nein“ vom Präsidenten kommt. Man kann für diese Nacht keine weibliche Guardia auftreiben und mit einem Mann will man mich nicht alleine lassen. Aber Bombero Jose Manuel lädt mich in sein Haus ein. Kaum sind wir da, muss er ausrücken. Waldbrand. Und ich lerne wieder eine ganz nette Familie kennen. Jose Manuels Frau Gisela macht mir eine leckere Tarta mit Mangold aus dem Garten, dann gibt’s Milanesas und Papas fritas. Was soll ich sagen? Vielen herzlichen Dank!

19.07.2015. Am Morgen treffe ich wieder auf Jose Manuel. Der Einsatz dauerte bis 3.30 Uhr morgens, nun steht er in der Küche und macht mir Kaffee… Es ist Sonntag, der Rest der Familie schläft noch. Der vorhergesagte Regen bleibt aus, ein weiterer wunderschöner Tag erwartet mich. Ich fahre auf einer kleinen Schotterstrasse weiter in Richtung Bovril. Dort hat Jose Manuel Freunde, die wurden schon angerufen. Heute habe ich den Wind im Rücken, so fährt es sich viel angenehmer. El Pingo, dann folgen 10 km Asphalt nach Hasenkamp. Nun folgt eine ziemlich kiesige Schotterstrasse mit viel Waschbrett. Es hat fast keinen Verkehr, doch die wenigen Fahrzeuge die mir nun meist entgegenkommen, blochen wie die Irren. Steine fliegen, einer trifft mich im Gesicht. Ich bleiben stehen, schreie dem Fahrer alle Schande nach, dazu gibt’s eindeutige Gesten. Ein Fenster des Autos geht auf, man zeigt mir ebenfalls den Stinkefinger. Was für Arschlöcher! Ich fahre durch weitere Minidörfer und gegen 15 Uhr erreiche ich Bovril. Ich suche Jose Manuels Freund und nach einigem Hin und Her schickt man mich zu einer Señora mit Cabañas. Ehhh… bezahlen wollte ich eigentlich nicht. Auf die Frage, was es koste gibt’s keine Antwort. Aber ich werde ins Haus gebeten und gleich mit Kurchen versorgt. Im Laufe des Nachmittages und Abends lerne ich Bettas ganze Familie kennen, es gibt interessante Gespräche und Kulinarik. Heute lerne ich, wie man Pasta macht. Und Bettas Töchter und Nachbarsjunge Sebastian beschenken mich reich mit ganz tollen Zeichnungen und Schmuck. Echt herzig! Vielen Dank allen!

20.07.2015. Mein Weg führt mich weiter auf der Schotterstrasse entlang des Bahngeleises. Heute morgen wie schon die ganze Nacht über weht ein eiskalter Wind. Aber er kommt von hinten, ich komme gut voran. Nun ist die Strasse für einige Kilometer ziemlich mies, aber bald wird es wieder besser. Verkehr hat es auch heute fast keinen, aber die wenigen Fahrer, die absolut respektlos an mir vorbeidonnern, sollte man verprügeln. In dieser Gegend wird vor allem Soja angebaut. Und gut mit Pestiziden eingesprüht. Diese Chemikalien sind in Europa verboten. In Bovril z.B. ist die Krebsrate in den letzten 10 Jahren um 40% gestiegen, Fehl- und Missgeburten sind an der Tagesordnung. Das alles wird ignoriert, leider steckt da wohl zu viel Geld dahinter. Aber so gesund ist das Vegetarier Dasein auch nicht! Nicht nur für den Menschen, auch für die Tiere. Schmetterlinge gibt es hier schon lange keine mehr, die werden mit ausgeräuchert. Auch sonst fliegt hier nicht viel herum, wie mir schon öfters aufgefallen ist… Ich passiere Sauce de la Luna, gegen Mittag erreiche ich Conscripto Bernardi. Die Dörfer hier gleichen sich, beim ehemaligen Bahnhof ein schöner, grosser Park mit Bänken. Ideal für die Mittagspause. Ich verspeise gerade mein letztes Stück Tomate, als eine Señora auf mich zukommt und zum Mittagessen einladen will. Vielen Dank, aber etwas spät. Doch das Stück Kuchen nehme ich gerne an. Danach geht’s weiter, gegen 16 Uhr erreiche ich Federal. Ich fahre zu den Bomberos, wo ich auf Cuartelero Esteban treffe. Heute gibt’s wieder mal ein Bombero-Dach über dem Kopf. Vielen Dank!

Bombero Schlafplatz Stilleben in Federal

Bombero Schlafplatz Stilleben in Federal

21.07.2015. Es ist kühl, als ich die Bombero-Station verlasse, auf dem Gras liegt Reifen. Ich fahre für 25 Kilometer auf die Ruta 127, der Verkehr ist ganz ok. Dann kann ich auch schon wieder auf eine Schotterpiste einbiegen. Ich passiere diverse Estancias und heute gibt es sogar anständige Fahrer. Zwei wollen mich sogar mitnehmen. Das lehne ich dankend ab an diesem wunderschönen Tag. Gemäss Bomberos in Federal wären es 100 km bis nach Feliciano, ich erreiche das Dorf gegen 14 Uhr bereits nach 70 km. Bei der Plaza esse ich zu Mittag, dann frage ich bei der Polizei nach dem Weg nach Sauce. 40 km. Das schaffe ich nicht mehr, also frage ich nach den Bomberos. Das Cuartel hier ist gerade am Entstehen, der Polizist ruft den Chef an. Kein Platz. Also zur Parroquia. Polizist Jose begleitet mich. Der Padre hält gerade Siesta, aber ein junger Seminarist schickt mich zum Hogar Jose Pablo de Niños, wo ich auf Celina und Maria treffe. Bei Mate werden unzählige Geschichten ausgetauscht. Später taucht der Seminarist wieder auf, in Begleitung eines Kamerateams. Diesmal werde ich aber gefragt, ob ich ein Interview geben will (nun, die Antworten wurden etwas durcheinender gebracht, aber im Grossen und Ganzen ist es die Story). Ich werde noch berühmt in dieser Gegend…

Feliciano

Mit Maria und Celina im Hogar Jose Pablo

22.07.2015. Ich schlafe so gut hier, dass ich fast verschlafe… Nun, verschlafen kann ich mich ja nicht, denn ich muss ja nicht ins Büro. He he. Aber normalerweise bin ich immer schon längst wach, heute schrecke ich um 7.45 Uhr richtiggehend hoch. Ich stehe auf, in der Küche treffe ich auf das Filmteam. Sie wollen mich bei der Ausfahrt begleiten. Doch da müssen sie sich noch etwas gedulden. Dann bin auch ich startklar. Ich folge dem Auto durch den dichten Nebel, bei der Dorfausfahrt gibt’s noch ein paar Fotos, ein paar Filmaufnahmen und bald befinde ich mich auf der Schotterstrasse nach Sauce. Die ist in ziemlich miesem Zustand, zudem hat sie sehr viel Verkehr, viele Trucks. Ich werde dauernd eingestaubt, das Geholpere ist heute anstrengend. Der Nebel ist zäh und lichtet sich nur ganz langsam. Aber sicher. Nach 35 km erreiche ich eine Kreuzung. 6 km bis nach Sauce, aber ich nehme gleich die direkte Schotterstrasse nach Perrugoria. Die ist nun wieder in besserem Zustand, Verkehr hat es fast keinen mehr. Die einzige Reisende bin ich auch nicht. Ein Bus mit Gauchos überholt mich. Sie sind auf einer Pilgerfahrt nach Mercedes, zum Cruz von Gauchito Gil.


Gauchito Gil begleitete mich durch ganz Argentinien, ich fragte oft nach seiner Herkunft, der Geschichte. Viele Leute hatten keine Ahnung, die Gauchos hier sollten es eigentlich wissen. Nun mas o menos, ich recherchiere etwas nach. Der um 1840 als Antonio Mamerto Gil Núñez in Mercedes geborene Gauchito Gil ist in Argentinien ein sehr populärer Volksheiliger. Die Legenden um Gauchito Gil widersprechen sich zum Teil, aber alle berichten, dass der Landarbeiter wegen eines echten oder angeblichen Verhältnisses mit einer reichen Witwe in grosse Schwierigkeiten geriet. Die Brüder der Witwe, wie auch ein ebenfalls in sie verliebter Polizist waren gegen die Verbindung. Um den Schwierigkeiten zu entgehen, schloss sich Gauchito Gil der Armee an, kämpfte im Krieg gegen Paraguay. Im späteren argentinischen Bürgerkrieg desertierte es, um nicht die eigenen Landsleute umbringen zu müssen und versteckte sich im Wald. Aber man fand ihn, nahm ihn als Deserteur gefangen, hängte ihn kopfüber an einen Mesquitenbaum und folterte ihn. Als er Henker ihn töten wollte, sagte ihm Gauchito Gil: „Dein kranker Sohn wird wieder gesund, wenn du zu mir betest, andernfalls stirbt er.“ Der Henker vollstreckte trotzdem sein Urteil und schnitt Gauchito Gil die Kehle durch. Als der Henker nach Hause kam, war sein Sohn sehr krank. Er betete zu Gauchito Gil und der Sohn wurde gesund. Der Henker baute Gauchito Gil ein kleines Heiligtum (das heutige Cruz bei Mercedes) und erzählte allen Leuten vom wundersamen Gauchito Gil.


So ist es nicht erstaunlich, dass ich auf dem Weg nach Mercedes wieder viel mehr der Schreine antreffe. Einer dient auch gleich der Mittagspause. Die Bus-Gauchos treffe ich bald wieder und etwas später auch ihre Kollegen auf den Pferden. Wir wollen diese Nacht zusammen campen, aber irgendwie verpassen wir uns wohl. So lande ich unter dem kleinen Dach eines Puesto de Salud bei einer Häuseransammlung. Seit langem stelle ich mein Zelt wieder mal auf. Später folgt noch die Einladung ins Haus eines ziemlich von Kratzern verunstalteten, alten Gauchos. Da bleibe ich doch gerne in meinem Zelt.

23.07.2015. Die Nacht ist geräuschvoll. Hunde-Bellen, Lamm-Mähen, Kuh-Muhen, Pferde-Schnoddern. Campo eben. Heute Morgen ist der Himmel bedeckt, aber es hat keinen Nebel. Ich packe alles zusammen und setze Kaffeewasser auf. Da kommt die Señora vom Nachbarhaus und bringt mir frische Tortas fritas. Mhhhh…. ein feines Frühstück. Nun reiten die Gauchos vorbei und auch ich breche bald auf.

Ich hole sie bald ein, fahre lange neben ihnen her, wir unterhalten uns. Ein interessantes Grüppchen. Mit Fahrrad kommt man deutlich schneller voran als auf Pferd. Nun, hier zumindest. Die Gruppe ist vor 8 Tagen in Santa Fe aufgebrochen, ich vor 7 Tagen in Rosario. Mir wird langsam kühl, ich muss etwas zügiger in die Pedale treten. Adios Gauchos! Wie gehabt geht es flach durch die Dornen-Busch-Pampa. Das sehe ich seit Tagen, langsam wird es etwas eintönig. Es folgt die Kreuzung El Descanso, ich fahre gerade aus weiter. Nun wird die Strasse wieder ziemlich holprig. Dieses Geholperte ist anstrengend und dauert nun an. Immer wieder durchquere ich Schlammlöcher, dann wird die Piste sandig. Gegen 15 Uhr erreiche ich Perrugoria. Bei der Polizei frage ich nach einem dirketen Schotterweg nach Mercedes. Existiert nicht. Ich frage nach den Bomberos, ein Polizist bietet mir ein Haus an. Nun gut, da muss ich nicht mehr weiter suchen… Er fährt mich zum Haus. Winzig, eng, dunkel, 2 Betten, nicht sehr einladend. Und der Fernseher läuft. Ich sage, da wohnt aber jemand. „Ja, ich“, meint der Polizist nun. Ich bedanke mich für das Angebot. Selten lehne ich einen Schlafplatz ab, eher heute treibt mich meine Intuition weiter. Zu den Bomberos. Dort treffe ich auf den Schwager des Bombero-Chefs. Der taucht bald auf, zeigt mir das Cuartel. Alles im Bau. Aber er organisiert mir einen Schlafplatz im Centro de Salud. Dort treffe ich auf Gladys und die Schwestern-Truppe. Mit diesen verbringe ich einen sehr netten Abend bei Pizza und Empanadas. Vielen herzlichen Dank!

24.07.2015. Kurz nach 9 Uhr mache ich mich auf Asphalt auf den Weiterweg. Das rollt schön, auch wenn ich gegen den Wind ankämpfen muss. Die Sonne scheint, die flache Pampa zieht an mir vorbei. Und ich treffe ein letztes Mal auf die Gauchos. Nun heisst es definitiv: Adios! War nett, euch kennen zu lernen! Nach 45 km ruhiger Asphaltstrasse treffe ich auf die Ruta 119. Gleich geht der Kampf gegen die Trucks los. Mehrmals muss ich ins Gras springen. Der Rückspiegel ist auf diesen Strassen wirklich einer der wichtigsten Radteile! Ich spule die 30 km nun durch leicht rollende Hügel so schnell wie möglich ab. Gegen 13.30 Uhr erreiche ich die Stadteinfahrt. Zum Kreuz von Gauchito Gil wären es noch 6 weitere Kilometer auf der 119, und dann auch noch wieder zurück. Keine 100 Meter will ich mehr auf dieser Strasse sein. Ich grüsse ihn von hier und biege in die Stadt ein. Ich bin früh dran, freue mich über etwas Zeit am Nachmittag. Zu den Bomberos. Negativ. Man schickt mich zur Municipalidad, dort kann man mich zur Albergue Municipal verweisen. Doch die Municipalidad ist schon zu. Im Hinterhof finde ich noch eine junge Señorita, die fragt etwas rum und schickt mich wieder zu den Bomberos. Der Chef sei zuständig für die Albergue. Das darf nicht wahr sein. Bei der Parroquie sagt mir ein schielender Padre, ich solle um 16 Uhr wieder kommen, dann könne er etwas sagen. Ich fahre etwas umher, schaue mir Hospedajes an. Sauteueres Pflaster, Mercedes. Für viel Geld gibt’s lausige Matratzen und kein wi-fi. Also wieder zu den Bomberos. Na, der Bombero-Chef war früher für die Albergue zuständig, jetzt nicht mehr… Ich habe langsam genug, fahre ich eines der teureren Hotels mit wi-fi und geniesse den Rest des Tages. Hätte ich das alles gewusst, wäre ich gleich dorthin gefahren… Im Nachhinein ist man immer schlauer.

 

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