Jachal – Bariloche, die andin-patagonische Ehrenrunde

30.01. – 20.03.2016. 1’013 km. 9’776 Höhenmeter. Meine andin-patagonische Ehrenrunde führt mich zu guter Letzt in die vielfältige patagonische Seenregion von Argentinien und Chile. Vorbei an skurrilen Aurakarien, Vulkanen und Bergen. Entlang von klaren Seen und Flüssen, eintauchen bei einem Rafting inklusive. Unvergessliche Campplätze und Lagerfeuer. Viele Träume. Ein wunderbares, letztes südamerikanisches Abenteuer…

Route: Jachal – (Bus) – Mendoza – (Bus) – Neuquén –  Peaje Ceferino – Zapala – Villa Pehuenia – Moquehué – Aluminé – Rahue – Pilolil – Junin de los Andes – San Martin de los Andes – Paso Hua Hum – Pirihueico – Puerto Fuy – Panguipulli – Malihue – Puerto Nuevo – Ignao – Entre Lagos – Pajaritos (Frontera Chilena) – Paso Cardenal Antonio Samoré – Bariloche

30.01. – 20.02.2016. Wer sich nicht mehr so genau erinnern mag, ich befinde mich auf meiner andin-patagonischen Ehrenrunde, begleitet von Manuel. Aus zeittechnischen Gründen der Ferienradler geht’s mit dem Bus weiter nach Mendoza. Dort wollen wir eigentlich am selben Tag gleich weiter nach Bariloche. Doch das gestaltet sich schwieriger als erwartet, denn die Busse nach Bariloche fahren nur sehr spärlich und die Räder will keiner mitnehmen. So war das nicht geplant, wir brauchen etwas Zeit. Nun erweisen sich zwei eingepackte Räder und haufenweise Gepäck als etwas umständlich in dem riesigen Busterminal von Mendoza. Für einen Abzockerpreis wird das Ganze von einem Gepäcktransporter in die Gepäckaufbewahrung gefahren. Was nun? Wir fragen rum, bei allen Busagenturen. Bariloche wird schwierig, nach Neuquén fahren die Busse viel häufiger. Doch die Räder will immer noch niemand mittransportieren. Die doppelstöckigen Busse haben nur kleine Gepäckräume und die Hälfte davon wird den Encomienda-Transporten vermietet. Ha! So ist dies am Schluss auch die einzige Lösung. Die Räder werden als Encomienda verschickt, wenn wir Glück haben, reisen sie im gleichen Bus mit. Welch Ironie… So geht’s schlussendlich doch noch am gleichen Tag weiter, wenn auch erst gegen 19 Uhr. Die lange Nacht im Bus ist wie üblich unbequem und etwas gerädert erreichen wir gegen Morgen Neuquén. Dort heisst es wieder den Gepäckhaufen rumschleppen und dann die grosse Überraschung… die Räder sind auch schon da! Also alles zusammen bauen und weiter geht’s. Neuquén liegt mitten in der wüstenartigen Pampa, es ist heiss. Zuerst kommen wir auf der Ruta 22 mit Rückenwind noch gut voran, doch nach einer Abzweigung bläst der Wind von der Seite. So erreichen wir die Peaje Ceferino, mit einer Kapelle und einem Restaurant. Viel mehr soll es in der Gegend nicht haben. Wir dürfen das Zelt bei San Ceferino aufstellen, doch das tun wir erst nach Dunkelheit. Der Señor ist gut besucht. Und das Wasser, das mit einer Ölpumpe aus dem Grund befördert wird schmeckt extrem schwefelig. Zum Duschen reicht’s…

Das Restaurant ist am Morgen noch geschlossen, die am Vortag etwas angeheiterte Dueña nicht zu sehen. So fahren wir mit dem letzten bisschen Wasser weiter. Es ist heiss und hüglig. Die ersten Häuser sind nur ein paar Raffineriegebäude weiter weg von der Strasse. So müssen wir 40 km ohne Wasser bis nach Cutral-Co durchhalten. Dort muss sofort 1,5 Liter Cola her und wir füllen sämtliche Wasservorräte auf. So geht die Fahrt durch die gut hügelige und verkehrsreiche Pampawüste weiter. Nach 126 km und erst spät erreichen wir Zapala und noch später den ausserhalb gelegenen Camping Municipal. Der ist immerhin sehr günstig, 45 Pesos (ca. 3 $) für zwei Personen. Zuerst aber geht’s gleich nochmals zum nächsten Supermarkt. Dort taucht ein Problem auf. Manuels Kreditkarte funktioniert im Supermarkt nicht. Die Bank ist schon zu und die Pesos gehen uns langsam aus. Schon in Jachal konnte keiner von beiden bei einem Automaten Geld beziehen. Dort fanden wir zum Glück noch jemanden, der uns Dollars wechselte. Dies wird auch hier die einzige Lösung sein, den der Bankomat spukt auch hier nichts aus. Seit dem Regierungswechsel vom 10. Dezember 2015 gibt es keinen Schwarzkurs für den Dollar mehr. Der Dollar steht bei 14 Pesos, manchmal bekommt man ihn für 14.50 bis 15. Aber das nützt einem auch nichts, wenn dann doch kein Geld aus dem Automaten kommt…

Das heisst, vor Weiterfahrt müssen wir gleich zur Bank. Doch das Aufstehen fällt nach dem langen, gestrigen Tag schwer und ganz spontan entscheidet der Herr, dass wir doch einen Tag ruhen können… oh, la la! Nach einem gemütlichen Frühstück fahre ich zur Bank. Zwei endlose Schlangen, zwei Ticketstellen. Bevor ich mich irgendwo anstelle, frage ich den Security-Mann, ob man hier überhaupt Dollars wechsle. Zuerst meint er „nein“, dann will er sicherheitshalber nachfragen. Das Ganze haben die umstehenden Herren mitbekommen, einer will mir gleich an Ort und stelle 200 Dollar abkaufen. Sie sind gefragt hier. Doch auch der Security-Mann führt mich an allen vorbei zu einem der hinteren Schalter. Auch in der Bank werden Dollar gewechselt, nach etwas verhandeln zum gleichen Kurs wie „draussen“. Der Señor aus der Schlange fragt nochmals, so wechsle ich nochmals 100 Dollar. Keine schlechte Idee, wie sich bald herausstellen wird. Die Geldbeschaffung in argentinischen Banken ist fast unmöglich und Dollar kann man auch nicht immer wechseln. Aber oft kann damit gezahlt werden. Also etwas aufgepasst mit der Kohle in Argentinien!

Wir machen uns auf der Ruta 13 auf den Weiterweg in Richtung Lago Aluminé. Der Verkehr hat stark abgenommen, das Fahren ist angenehm, die Landschaft nimmt wieder Form an. Es geht weiterhin durch die Pampa, aber es kommen Berge und Blumen dazu. Und der patagonische Wind. Nach Primeros Pinos fahren wir auf Schotter weiter, nun mit vollem Gegenwind. Und schlussendlich schieben wir, um gegen den Wind noch anzukommen.

Am nächsten Tag bläst er zum Glück aus der anderen Richtung und langsam fahren wir in das wundersame Reiche der Aurakarien. Der chilenischen Aurakarien. Diese skurrilen Bäume wachsen nur in dieser Region und mit ihrer auffallenden Form stechen sie sofort aus der Pampagegend heraus. Schön! Wir fahren rauf und runter, vorbei an einem Vulkan und langsam nähern wir uns dem Lago Aluminé. Wir fahren weiter auf der Ruta 13, nun entlang dem See und durch bergigen Wald. In Villa Pehuenia endet der Tag auf dem dortigen, sauteuren Camping „Lagrimita“. Immerhin mit einer richtig guten und langen heissen Dusche.

Die andine Ruta 13 führt weiter in Richtung chilenischer Grenze, doch wir bleiben in Argentinien und begeben uns auf die schöne Rundfahrt auf der Ruta 11. Villa Moquehué, wo wir uns nochmals mit Essen eindecken. Die Strasse wird holprig, ziemlich schlecht und immer wieder gibt’s eine Extraportion Staub. Nach einer Weile führt eine Steinpiste ziemlich steil runter, dann folgen wir lange einem Fluss. Über den Köpfen wachsen die Aurakarien direkt aus den steilen Felswänden. Faszinierend! Bei einer kleinen Lagune beschliessen wir, den Tag enden zu lassen. Weiter entfernt von der Strasse finden wir unseren perfekten Campspot für diese Nacht. Nach einem erfrischenden Laguenenbad und Kaffee gibt’s einen schönen Sonnenuntergang direkt vor der „Haustür“ zu geniessen. Wie schön doch das Leben ist!

Nach weiteren Holper- uns Staubkilometern treffen wir auf die Ruta 23 und Asphalt. Wir passieren Aluminé, fahren aber noch weiter. Etwas später finden wir am Flussufer des Rio Aluminé einen Campspot. Am nächsten Tag geht’s dem Fluss entlang weiter. Eigentlich wollten wir in Rahue Essen kaufen, doch in Rahue gibt’s ausser einer Touristeninformation und ein paar Häusern nichts. Tja, das war Pech. Bald fahren wir wieder über sehr holprigen Schotter. Die Strasse folgt weiterhin dem Rio Aluminé. Ein schöner Gegensatz, der blau-türkise Fluss zu dem trockenen beige-gelb der Landschaft. Hügelig führt die Strasse durch die Gegend.

Gegen 15 Uhr erreichen wir Pilolil. Dort hat es sogar einen Laden, mit frischem Brot! Bald danach folgt eine lange Steigung. 12 Kilometer geht’s holprig nach oben. Die Zeit läuft, die Steigung zieht sich dahin. Wir lassen einen Teil davon für den Folgetag übrig und zelten auf einer Kuhweide hinter einer Baumgruppe etwas abseits der Strasse.

Mit neuer Energie erklimmen wir die letzen Meter, dann folgt eine natürlich sehr holprige Abfahrt mit weitem Blick auf die Pampa. Highlight hier ist das Auftauchen des Volcan Lanin in der Ferne. Dort wird er bleiben, denn wir fahren in Richtung Junin, wo es noch für einen halben Tag Pause reicht. „Wenn du deine Taschen vom Rad nimmst, dann reinige ich deine Kette und das Rad“, höre ich Manuel sagen. Ich glaube zuerst, ich höre nicht richtig… Doch, doch! Man(n) kann mich also immer noch überraschen!

Auf der Ruta 40 fahren wir in Richtung San Martin de los Andes. Über den Paso Hua Hum wollen wir wieder nach Chile. Doch Manuel möchte in San Martin wieder einen Versuch starten, Geld zu bekommen. So fahren steil runter in das Dorf. Bei der BBVA Banco Francés versucht er sein Glück. Nun, Glück… die Karte wird eingezogen. Nach längerer Diskussion will sie ihm der Direktor um 16 Uhr wieder geben, denn nun sei die Bank geschlossen. So hängen wir eine gute Weile in San Martin rum. Dann ist es 16 Uhr, immerhin bekommt Manuel nun tatsächlich seine Karte. Karte ja, aber Geld gibt’s immer noch keins. Argentinien gestaltet sich in dieser Hinsicht wirklich etwas schwierig. Wir fahren den steilen Hang wieder hoch, dann geht’s auf der Ruta 48 in Richtung Chile. Bald fahren wir in den Parque Nacional Lanin und nach einigen Kilometern Steigung suchen wir uns gut versteckt ein Plätzchen fürs Zelt.

In dieser Nacht regnet es ein bisschen, am Morgen ist es immer noch nass. Doch die Wolken verziehen sich schnell, die Sonne übernimmt bald wieder die Herrschaft. Weiter geht’s auf der Schotterstrasse eine Weile den Berg hoch, dann wird diese sehr gut hügelig. Mit Blick auf den Lago Lacar gibt’s eine Pause, dann folgen weitere Hügel. Der Paso Hua Hum liegt nur auf 635 m.ü.M., ein langer Andenanstieg erfolgt hier nicht. Aber die ganzen Hügel habe es auch in sich.

Gegen den späten Nachmittag erreichen wir den argentinischen Grenzposten. Hier geht es ganz schnell, nicht so bei den Chilenen nach ein paar weiteren Kilometern. Hier muss natürlich alles geröntgt werden. Auf der Suche nach Früchten, Gemüse, Käse, Fleisch. Zudem nimmt man mir meinen Bambusstab weg. Meinen chilenischen Bambusstab. Der sei pflanzliches Material. Na denn. Dafür bleibt der Käse in der Tasche, ebenso das Apfelbütschgi. Manchmal sind diese Grenzkontrollen doch etwas fraglich. Aber gut hat es hier weiterhin Bambus, so habe ich bald einen neuen Stab. Auch auf chilenischer Seite ist die Strasse gut holprig. Wir erreichen Puerto Pirihueico. Hier müssen wir auf die Fähre umsteigen. Die letzte fährt um 19 Uhr, besser die erste am Morgen nehmen. Ein Familie gleich beim Hafen lässt uns im Garten netterweise das Zelt aufschlagen.

So sind wir am Morgen bald startklar, und am Hafen sind wir ja auch schon. Die ersten Fähren am Morgen sind jeweils nicht total überfüllt und um 9 Uhr geht’s los. Der Himmel wird immer grauer, auf dem Schiff fallen ein paar Tropfen. Gegen 11 Uhr erreichen wir Puerto Fuy. An luxuriösen Hotels vorbei fahren wir der Schotterstrasse entlang. Bald beginnt eine lange Baustelle. Zum Glück können wir die steile Strasse runterfahren. So viel Staub wurde noch selten aufgewirbelt. Teilweise sehe ich meine Hand vor Augen nicht mehr. Absolut unangenehm. Ich bin froh, als endlich der Asphalt beginnt. Allen Staub abschütteln, frische Brombeeren von der Sträuchern pflücken und dann beginnt es zu regnen. Richtig zu regnen. Natürlich geht’s jetzt rauf, dann wird die Strasse entlang dem Lago Panguipulli gut hügelig. In einem Bushäuschen essen wir etwas, dann gibt’s noch einen Kaffee zum Aufwärmen. Es ist kalt. Und die Aussicht, wieder in die nassen Klamotten zu steigen ist nicht sehr erfreulich. Aber wir müssen weiter. Der Regen lässt etwas nach, wir nehmen einen Abzweig der uns zum Ufer des Lagos führt. Dort können wir gerade das Zelt unter einem Baum aufstellen, als eine heftige Regenfront über das Dach wegzieht.

Am nächsten Tag ist es wieder trocken, bald erreichen wir Panguipulli. Dort gibt es einen richtig guten Kaffee, danach geht’s in Richtung Ruta 5. Die Seenregion in Chile ist nicht ganz so einfach zu befahren, die meisten Strassen führen in Richtung Autopista 5, dann muss man wieder in Richtung Osten fahren, um zu einem nächsten See zu gelangen. Aber heute hat es wenig Verkehr und langsam kommt auch die Sonne raus. In der Nähe von Malihue finden wir am Ufer vom wunderschönen Rio Pedro einen genialen Campspot. Natürlich folgt ein Bad im Fluss, dann bastelt sich Manuel eine Fischerrute. Mit mässigem Erfolg… der Fisch frisst einfach das Brot vom Bierdosenhaken und freut sich des Lebens. Wie wir auch. Bald geniessen wir ein Campfeuer und einen gemütlichen Ausklang eines herrlichen Tages.

Vor dem Erreichen von Los Lagos biegen wir in Richtung Futrono ab. Nun folgt gemütliches fahren auf einer fast flachen, fast verkehrslosen Strasse. Es wird schon fast ein bisschen langweilig. Vor Futrono biegen wir jedoch ab in Richtung Puerto Nuevo. Dem schönen Lago Ranch entlang, mit einer Pause am Strand eines gut besuchten Strandbades. Gegen Abend erreichen wir Puerto Nuevo. Wir fahren zum Hafen, doch dort gibt’s nichts und den Abzweig haben wir schon früher verpasst. Also wieder zurück, natürlich steil rauf, nun auf der Suche nach einer Übernachtugnsmöglickeit. Schlussendlich landen wir bei Rio Bueno Expediciones, wo uns Chef Marco gerne übernachten lässt. Nicht nur dies, Ivan und Matias laden uns auch noch zum Essen ein. Vielen Dank!

Und damit noch nicht genug! Am nächsten Tag haben sie eine Gruppe von 6 Leuten zum Raften. Da 8 Leute aber besser rudern, werden wir einfach auch dazu eingeladen. Cool! So landen wir spontan in einem Boot auf dem Lago Ranco in Richtung Mündung des Rio Bueno. Bei bewölktem Himmel ist es kühl, der erste Sprung ins erfrischende Wasser macht dies nicht besser. Doch dann geht’s in die ersten Stromschnellen! Yeaaaahh! Cool! Die beste nehmen wir gleich zweimal, dies bedingt natürlich eine abenteuerliche Boot-Trage-Einlage. Doch bei dieser Exkursion gibt’s nicht nur Rafting, wir lassen uns selbst durch den Fluss treiben, es gibt eine eiskalte Wasserfalldusche, schwimmen im türkis-klaren Wasser und ein Sprung aus ca. 8 Metern ins kühle Nass. Danach paddeln wir noch lange aufs dem wunderschönen Fluss, bis das Abenteuer sein Ende findet. Vielen Dank Rio Bueno Expediciones!

Nach dem Paddeln fahren wir noch ein bisschen weiter. Per Minifähre geht’s über den Rio Bueno, die Brücke soll in ein paar Wochen eingeweiht werden. Dann auf Umwegen weiter in Richtung Rio Bueno. Diesen etwas anderen Tag lassen wir auf einer Kuhweide ausklingen. Und ich wundere mich ein bisschen über die vielen Stiche auf meiner Schulter…

Am nächsten Morgen gibt’s noch mehr Bissspuren. Sieht nach Flöhen aus… nun, wäre nicht das erste Mal. Unser Weg führt uns weiter über kleine und kleinere Strassen, Schotter und Waschbrett, vorbei an Brombeersträuchern, Apfel- und Pflaumenbäumen. Was für eine gute Wegverpflegung. Kurz vor Entre Lagos fahren wir zu einer Estancia, wo man uns bei einem verlassenen Haus zelten lässt. Katze und Hund inklusive. Der Hund ist sehr easy drauf, doch die Katze verfolgt mich ab sofort auf Schritt un tritt. Sogar in meine improvisierte Scheunendusche. Ins Zelt will sie natürlich aus. So entdecke ich sie immer wieder auf meinen Taschen in der Apsis. Doch ihre Krallen lässt sie stecken. Ganz im Gegensatz zu den Kätzchen von Pirihueico, die mir ein Loch in die Türe gezaubert hatten. Ebenfalls machen sich die Flöhe nun deutlich bemerkbar, nicht nur bei mir. Auch Manuel ist gut gestochen worden. Die einladende Matratze von Rio Bueno Expediciones hatte wohl schon ihre Bewohner. Nicht gerade angenehm, diese Vorstellung. Un noch viel unangenehmer das starke Jucken der Bisse…

In der Nacht regnet es durch, auch der Morgen ist nass. Zudem läuft Manuel langsam aber sicher die Zeit davon. Am 20. Februar sollte er seinen Flug von Bariloche aus erreichen, heute ist der 17. Februar. Und uns fehlt noch ein Pass, diesmal ein höherer, eine Grenzüberquerung und einige hundert Kilometer. Und dies bei strömendem Regen. So stellen wir uns in Entre Lagos eine Weile an die Strasse zum Auto-Stoppen. Auch in strömendem Regen. Doch mit den zwei Rädern haben wir schlechte Chancen auf eine Mitfahrgelegenheit, zumal dies auch zig Backpacker im Sinn haben. Ich habe so ein gewisses Deja-vu. Ushuaia. Nach 3 Stunden im Regen zittert alles vor Kälte. Wir müssen die Strategie wechseln. Doch die Busse, die hier halten, nehmen keine Räder mit. Zudem sind sie wegen Ferienzeit für die nächsten 4 Tage ausgebucht. Tja. Im Café, wo wir uns kurz abwechselnd aufwärmen findet Manuel aber einen Señor, der uns zumindest bis zum chilenischen Grenzposten fahren will. Natürlich gegen Bezahlung. Aber mittlerweile ist uns alles recht. So landen wir dann doch ziemlich schnell in Pajaritos. Die verworrenen Schlangen bei den diversen Zollschaltern dauern dann aber ewig und gegen 17 Uhr haben wir die Ausreisestempel im Pass. Was nun? 15 Minuten Daumen raus halten, dann nach einer Bleibe suchen. Die finden wir netterweise in einem verlassenen Haus der Carabineros. Denn der Regen ist ausdauernd heute. Und hält die ganze Nacht über an.

Am Morgen regnet es immer noch, lässt aber langsam nach. Heute müssen wir die Strategie ändern, wenn wir noch nach Bariloche kommen wollen. Früh geht’s wieder zum Zoll Gebäude. Dort haben wir es auf die Pick-ups, sprich deren Fahrer abgesehen… die sollen heute direkt angesprochen werden. Und so landen wir ziemlich bald im Wagen von Marta und ihrem Sohn Estefano. Die extrem freundliche in Chile lebende Argentinierin ist mir ihrem Sohn auf dem Weg nach Bariloche, um ihre Eltern abzuholen. So ist die Ladefläche leer und die Abwechslung ist ihr auf der doch eher langen Strecke sehr willkommen. Dank ihr schaffen wir es doch noch zeitig nach Bariloche, wo wir gegen den frühen Nachmittag ankommen. Vielen Dank Marta!

Tja, und da sind wir nun! Die Ankunft war etwas plötzlich und ungeplant, aber wir sind da! Angekommen! Wirklich angekommen!

Den nächsten Tag widmen wir der Beschaffung einer Bike-Box für Manuels Rückflug! Nicht einfach in Bariloche! Wir besuchen die drei Bicicleterias. In der ersten hat es viele Schachteln, aber alle voll und der Herr nicht sehr motiviert, eine auszuräumen. Zudem würde er sie verkaufen. Das gleiche Bild in der zweiten, in der dritten hat es wirklich keine… aber auf Grund eines Tipps fahren wir zum Flughafen, wo tatsächlich zwei Boxen stehen. Klar können wir die mitnehmen! Beide! Für den Fall der Fälle… Manuels Urlaub ist zu Ende, ich begleite ihn noch zum Flughafen. Auf ein ander Mal…!

Hier noch zwei von Manuel und Neverlandworld produzierte Videos dieser beiden Etappen:
Der Paso Agua Negra: https://vimeo.com/158604211
Die Patagonien Runde: https://vimeo.com/158604194

Dann begebe ich mich mit Sack, Pack und Rad zum Haus von Peter. Ich habe ja das total luxuriöse Glück, dass ich Familie in Bariloche habe! Nun, einen Cou-Cousin, der mich aber auch ganz herzlich in Empfang nimmt! Vielen Dank für alles, Peter!

21.02. – 20.03.2016. Und da bin ich nun! Wieder einmal eingekommen! Diesmal wirklich das letzte Mal, zumindest in Südamerika! In Bariloche heisst es für mich: Zukunft „planen“, nächste Schritte organisieren und angehen. Und Flöhe loswerden! Das dauert! Irgendwie geht alles etwas langsamer, aber eilig habe ich es ja nicht. So vergeht ein Monat wie im Fluge bei der netten Gesellschaft.

Mit Peter und Gatxi darf ich noch mehr von dieser doch sehr schönen Gegend kennen lernen, es gibt das eine oder andere Bier in einer der 23 Cervezerias Artesanales von Bariloche! Die patagonische Stadt ist Hochburg des selbstgebrauten Bieres! Falls jemand mal selbst in den Genuss kommen sollte, geht zu Berlina! Sehr zu empfehlen das Stout!

Um mich doch nicht nur dem Essen hinzugeben fahre ich noch ein paar letzte Kilometer auf meinem treuen Fish, den Circuito Chico mit seinen wundervollen Aus- und Ansichten der hiesigen Seen- und Bergwelt.

Ich spurte auf den Cerro Campanario mit seinem wunderbaren Panorama und ich organisiere meine Weiterreise. Nach langem Hin und Her entschliesse ich mich, nach Europa zurückzukehren. Nach einem kleinen Umweg über Santiago de Chile steht zuerst steht ein Besuch in der Schweiz auf dem Programm. Den 40-igsten Geburtstag könnte man ja mit der Familie feiern, nicht?

Und dann habe ich mich definitiv dazu entschlossen, ein Buch über meine lange Odyssee durch die Amerikas anzugehen… nach mehr als 5 Jahren, 58’000 Kilometern und tausenden von Abenteuern steht der Tachometer still. Zumindest für eine Weile… Ich begebe mich auf eine andere Reise, die mich sicher vieles nochmals durchleben lässt! Ich werde euch auf dem Laufenden halten…!

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